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Von A wie Agraffe bis Z wie Zinfandel -
unser kleines Weinlexikon

Ist die Luftkammer ein Lagerort für Ihren Wein? Wie wird die Zuckerung geregelt?
Es gibt unendlich viele Fragen zum Thema Wein. Wir werden mit unserem Lexikon versuchen, einige Antworten zu geben.


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A - Abbauen bis Azienda

 

ABBAUEN - Alterserscheinung, hauptsächlich herbeigeführt durch Säureverlust (abgebaut, Altern)

ABBEEREN - auch Entrappen - Ablösen der Beeren von den Stielen vor der Gärung, eine Maßnahme, die heute weithin für die Erzeugung eines guten Rotweins als unverzichtbar gilt. Es gibt jedoch Regionen oder Weinjahrgänge, in denen man bei Rotweinen einige Stiele mit den Beeren vergären läßt, wodurch der Wein herber, gerbstoffhaltiger und spätreifer, andererseits auch langlebiger wird.

ABBOCCATO - ital. vollmundig. Bezeichnung für halbtrocken. Eine leichte, bereits wahrnehmbare Süsse, die zwischen semisecco und AMABILE liegt

ASCIUTTO - ital. extra trocken; secco = trocken; semisecco = halbtrocken; amabile = halbsüss; dolce = süss).

ABFÜLLEN - Umfüllung aus den Fässern in Flaschen Ausdrücke wie Abfüllung am Herkunftsort, hergestellt und abgefüllt, oder Erzeugerabfüllung besagen, dass der Herkunfts-und Erzeugerort mit dem Ort der Abfüllung übereinstimmt. Im Falle, dass der Wein von einem anderen Betrieb abgefüllt wird, muss die Aufschrift auf dem Flaschenetikett abgefüllt von... lauten

ABGANG - Nachgeschmack nach dem Schlucken eines Weins. Je nach Qualität des Weins mehr oder weniger anhaltend und intensiv

ABGEBAUT - Ursache für den Abbau eines Weines ist oft auf Oxidation oder falsche Lagerung zurückzuführen. Erkennbares Zeichen für den Abbau ist eine Trübung des Weins, sowie ein bitterer, fahler Geschmack.

ABGERUNDET - Ein Wein, der der Herkunft, der Traubensorte und dem Jahrgang nach voll entspricht.

ABRUZZEN - Die 11'000 km2 grossen Abruzzen sind eine mittelitalienische Adria-Region die in der Grösse und der Bevölkerungszahl an 14. Stelle liegt und wird in 4 Provinzen unterteilt. In der gut 30'000 ha grossen Gesamtrebfläche sind 2 DOC-Zonen ausgwiesen: Trebbiano d´Abruzzo und Montepulciano d´Abruzzo. Es werden jährlich ca. 4 Mio. hl Wein produziert, Der Durchschnittsertrag von ca. 133 hl/ha ist der höchste Italiens. Spitzenerzeuger halten ihre Erträge aber wesentlich niedriger. Die beiden fast 3000 m hohen Berge Corno Grande und Monte Amaro sind die höchsten Gipfel im Apennin. Dadurch ist die gesamte Region ein sehr gebirgiges und hügeliges Hochland. Im klimatisch kühlen und hoch gelegenen Landesinneren, sowie an der beständig warmen und trockenen Adriaküste wachsen auf kalkreichem Lehmboden hauptsächlich die roten Rebsorten Montepulciano, Sangiovese und Giliegiolo sowie die weissen Trebbiano, Cococciola und Passerina.

ABSTICH - Das durch Umfüllen von einem Faß in ein anderes erfolgende Abziehen (auch Abstechen oder Abschlauchen genannt) des klaren jungen Weins vom Trub (Bodensatz), der sich angesammelt hat. Der Zeitpunkt des Abstiches ist sehr wichtig, da dadurch bestimmte Entwicklungsstadien des Weins abgeschlossen, bzw. eingeleitet werden. Der erste Abstich dient der Entfernung verderblicher Hefeläger, nach 2. und 3. Abstich ist ein Wein geklärt, geschönt und geschwefelt.Beim Abstich (französisch soutirage, italienisch travaso, englisch racking) gehen normalerweise 2-3% des Volumens des Weins verloren. Während bei traditionellen Vinifikations-verfahren bis zu viermal im Jahr abgestochen wird, begnügt man sich heute vielfach aus Gründen des reduktiven Ausbaus mit insgesamt zwei Abstichen. Dabei werden aus wirtschaftlichen Erwägungen zunehmend Zentrifugen (Separieren) und Kieselgurfilter (Filtrieren) eingesetzt.

ABSTINENZBEWEGUNG - !?

ACCAD - Nach dem Erfinder benannte Vinifikations-Methode der Kaltmazeration.

ACIDITÀ - siehe Säure

ACOLON - siehe Rebsorten

ADEGA - Protugiesische Bezeichnung für Weinkellerei/Familienbetriebe und Weinlager.

ADSTRINGIEREND - Geschmackseindruck, der durch hohen Tanningehalt eines Weins entsteht. Die Schleimhäute ziehen sich zusammen, der Geschmack wird bitter und streng. Lagerung nimmt tanninreichen Weinen die Strenge.

AGLIANICO – siehe Rebsorten

AGRAFFE - Verschlußkappe aus Draht zur Sicherung des Korkens auf der Sektflasche. Kreativen Zeitgenossen basteln daraus allerlei Getier.

ALAMBRADO - Spanischer Ausdruck für die von einem feinen Drahtnetz umspannten Flasche. Bei gehobenen Qualitäten wird diese "Verpackungsart" verwendet.

ALBANA DI ROMAGNA - Ein Weisswein der gleichnamigen Rebsorte, der trocken, lieblich oder passito ausgebaut wird. Seit 1987 mit dem DOCG-Prädikat ausgezeichnet. Man sagt, dass der beste Albana aus dem Ort Bertinoro stammt.

ALBANELLO - Sizilianischer Weisswein aus der Provinz Syrakus. Er ist sehr alkoholhaltig und erinnert an einen Marsala. Wird aber auch süss ausgebaut.

ALBARIZA - Der außergewöhnliche, weiße Kreideboden von Jerez in Andalusien, der im Sherry-Gebiet die besten Finos und Manzanillas hervorbringt. Etwa Øhnlichen Boden gibt es im Gebiet von Montilla-Moriles.

ALBUMIN - ein Eiweiß, dass dem Wein zur Schönung und somit zur Stabilisierung des Weins dient. Albumin als Filter bindet instabile Tanine und Anthocyane.

ALCAMO - Sizilianischer, vollmundiger, eleganter Weisswein. Besteht zu 80% aus Catarratto bianco.

ALEATICO - siehe Rebsorten

ALIGOTÉ - weiße französische Rebsorte; wird hauptsächlich in Burgund angebaut.

ALKOHOL - entsteht bei der Vergärung des im Traubenmost gelösten Zuckers durch Hefen in Äthylalkohol (C2H5OH) und Kohlensäure. Die Hefepilze spalten den Zucker in Weingeist (Äthanol) und Kohlensäure auf. Dieser Alkohol ist farblos und von angenehmem Geruch. Je nach Zuckergehalt des Mostes, der Art der Hefen sowie der Temperaturen während der Gärung entstehen 40-140 g/l, jedenfalls nicht mehr als 144 g/l (18,2% vol.) Alkohol. Weine mit höherem Alkoholgehalt sind gespritet. Ganz grob gerechnet enthalten in Deutschland je nach Herkunft, Rebsorte und Süße Kabinettweine ca. 70-80 g/l und Spätlesen ca. 75-90 g/l (tatsächlichen) Alkohol, während der (fiktive) Gesamtalkohol - errechnet aus tatsächlichem Alkohol plus dem theoretischen Alkoholgehalt des nicht vergorenen Restzuckers - je nach Süße erheblich höher liegen kann. Die Angabe des Gesamtalkohols kann daher außer bei trockenen Weinen leicht recht irreführend sein. Ab 1.5.1988 müssen alle in der EG in den Handel kommenden Weine die Angabe des tatsächlichen Alkoholgehalts auf dem Etikett führen.- Üblicherweise wird der Alkoholgehalt eines Weines heute in Volumenprozent (% vol.) angegeben: 7,95 g/l ^= 1 % vol. Alkohol. Schon den Sumereren war die berauschende Wirkung von gärendem Traubensaft bekannt. Doch erst im 19. Jahrhundert lüftete der Franzose Louis Pasteur das Geheimnis der Hefepilze. Interessantes zum Thema Wein und Alkohol finden Sie in Nicolai Worms Buch "TÄGLICH WEIN - Gesünder leben mit Wein und mediterraner Ernährung", erschienen 1996 im Hallwag-Verlag AG, Bern.

ALKOHOLFREIER WEIN - enthält immer noch 1 bis 2 Volumenprozent Alkohol, alkoholarmer Wein hat zwischen 2 und 5,5 Prozent. Der Alkohol wird dem Wein durch aufwendige technische Verfahren entzogen, gleichzeitig werden aber auch viele Aromen zerstört. Schmeckt weniger nach Wein als nach angereichertem Traubensaft.

ALKOHOLGEHALT - Der natürliche Alkoholgehalt eines Weines ist zwar kein absolut gültiger Maßstab für die Qualität, aber doch ein sehr maßgeblicher Faktor, nämlich Ausdruck der Traubenreife. In engen Grenzen darf ein durch natürliche Umstände zu niedriger Alkoholgehalt erhöht werden. Dieser muß in Volumenprozent (% Vol) auf dem Etikett der Weinflasche angegeben werden (= wieviel ml Alkohol in 100 ml Wein enthalten sind).

ALSACE, VIN D'ALSACE - Herkunftsbezeichnung für alle Elsässer Weine mit Appellation Contrôlée

ALTERN - von Wein Jeder Wein verändert sich mit zunehmendem Alter, doch über die damit verbundenen Fragen, über den Grad der Veränderung, ™ber Charakter, Qualität, Lagerfähigkeit, Entwicklungsdauer u.a. herrscht vielfach Unklarheit, zumal der Trend zu jungen, frischen Weinen im Zug der Zeit zu liegen scheint, tatsächlich jedoch oftmals allein Unkenntnis verbirgt. Viele Faktoren entscheiden über die Reifeentwicklung eines Weins, und nur auf die wenigsten von ihnen hat der Weintrinker Einfluß. Boden, Rebsorte, Vinifikation und Weinausbau sind dagegen von entscheidender Bedeutung. Die Mehrzahl gewöhnlicher Weine verbessert sich, wenn überhaupt, nur unwesentlich auf der Flasche. Jeder bessere Wein verfügt dagegen über verschiedene Lebensalter - seine Jugend, seine Reife und sein Alter. Diese Phasen mögen ganz unterschiedlicher Länge sein, ohne daß man darüber allgemeine Angaben machen könnte. Seit es aber in vielen Teilen der Welt als Fortschritt gepriesen wird, Weißweine ausschließlich in Stahl- oder Kunststofftanks möglichst reduktiv auszubauen, macht es in der Regel keinen Sinn mehr, auch die besten von ihnen länger als 5-6 Jahre liegen zu lassen; vielmehr sollte man sie tunlichst in den ersten drei Jahren getrunken haben. Bei Weißweinen, die zumindest eine Reihe von Monaten in Holzfässern sorgfältig ausgebaut wurden, aus einer hervorragenden Rebsorte und Lage, einem guten und besseren Jahrgang und von einem zuverlässigen Erzeuger stammen, sieht dies anders aus. Einen bemerkenswerten weißen Burgunder oder Bordeaux aus einem überdurchschnittlichen Jahr ist erst nach 5 Jahren Lagerung optimal zu geniessen. Aber auch 10 oder 15 Jahre sind dann keine Seltenheit. Bei großen Rotweinen, gleich ob aus Frankreich, Italien, Spanien versteht sich diese Geduld zur Lagerung von selbst. Dabei schaden Temperaturschwankung von ca. 10° C über das Jahr selbst einem trockenen Weißwein nach 15 Jahren nicht.

ALTERSBUKETT (Firne) - Lange gelagerte und gereifte Weine entwickeln einen angenehmen Altersgeschmack. Bei hochwertigen Weinen gilt die Firne als Qualitätssteigerung.

ALTO ADIGE - Südtirol, nördliche Gegend des Etschtals, zeichnet sich aus durch felsige Landschaft, welche die tagsüber gespeicherte Wärme nachts dem Traubengut abgibt, weshalb sehr ausgewogene und reife Weine entstehen. Hauptort ist Bozen. Die gleichnamige Provinz umfasst 33 DOC-Gebiete. Die roten Trauben sind bis auf 700 m.ü. M., die Weissen bis 900 ü.M. anzutreffen.

AMABILE – ital. Bezeichnung für halbsüß, die Steigerung von abboccato

AMARO - bitter; amarognolo = Bittermandelgeschmack

AMARONE - Der Amarone wird seit Jahrhunderten nach mehr oder weniger demselben Verfahren hergestellt, doch ist er erst mit dem ausserordentlichen Jahrgang 1990 so berühmt geworden wie beispielsweise der Barolo oder der Brunello. Er ist ein einmaliger Wein, den Kenner für einen der besten Rotweine Italiens halten. Seine Existenz hat der dem Recioto zu verdanken. Er wird zu hundert Prozent aus bis zu vier Monate lang (halb)getrockneten Trauben gemacht (Im Gegensatz zum Recioto , welcher 4 bis 6 Monate getrocknet wird). Die Trauben werden auf Holzrosten gelagert, an einem kühlen, gut durchlüfteten Ort. Dabei verlieren sie fast die Hälfte des Wasseranteils. Im Februar werden sie gepresst; die Gärung dauert rund eineinhalb Monate. Drei Jahre lässt man dem Wein dann Zeit für die Fassgärung, nochmals eineinhalb Jahre für die Flaschenreife. Rebsorten: 75% Corvina Veronese, 20% Rondinella, 5% Molinara. Er ist ein fast trockener Wein mit einem Restzuckergehalt von nur 0,4 %. Es entsteht ein sehr langlebiger, trockener, rassiger Wein, der trotz seines starken Charakters und Alkoholgehalts von mindestens 14 % eine reizvolle Süsse, samtige Eleganz und Fruchtigkeit ohne jede Strenge vermittelt. Seine Farbe leuchtet intensiv rubinrot, der Duft ist weich und warm, der Geschmack erinnert an Sauerkirschen, Himbeeren, Veilchen und Zimt in einem ganz harmonischen Zusammenklang.

AMERIKANERREBE - Amerikanische Ursprungsreben, die heute als Unterlagsreben für die europäischen Edelreben verwendet werden, weil sie sich als resistent gegen die Reblaus erwiesen haben.

AMPELOGRAPHIE - Die Lehre von den verschiedenen Rebsorten, ihre Beschreibung und wissenschaftliche Klassifizierung.

AMTLICHE PRÜFUNGSNUMMER - Sie wird einem Wein ausgestellt, der von der Prüfungsbehörde als Qualitätswein mit oder ohne Prädikat anerkannt worden ist. Die Amtliche Prüfungsnummer (A.P.Nr.) setzt sich zusammen aus diesem Wort oder der Abkürzung, der Betriebsnummer (bestehend aus der Nummer der Prüfstelle, der Nummer des Abfüllortes und der Kennziffer des Abfüllbetriebes) und Antragsnummer und -jahr. Beispiel: Bei der A.P.Nr. 4 725 012 194 wäre sonach 4 = Kennziffer der Prüfstelle Alzey, 725 = Ort (Firmensitz) des Abfüllers, 012 = Kennziffer des Abfüllbetriebes, 1 = Antragsnummer (Partie) des Betriebes, 94 = Jahr der Antragstellung. Die A.P.Nr. muß deshalb auf dem Etikett stehen. Ohne sie darf ein Qualitätswein nicht in den Verkehr gebracht werden.

ANJOU - Weine mit Appellation Contrôlée aus dem Anjou-Gebiet , einem traditionellen Rotweingebiet an der Loire um die Stadt Anger, bekannt sind vor allem die leicht süßen Roséweine

ANNATA - italienisch für Jahrgang. Auch Bezeichnung für einen jungen, schon im Jahr nach der Lese freigegebenen Wein.

ANREGEND - Ein gefälliger Wein, der nicht unbedingt anspruchsvoll sein muß.

ANREICHERN - Legales Zusetzen von Zucker vor der Gärung zur Erhöhung des Alkoholgehaltes des Weins; in Österreich aufbessern genannt. Dieses Verfahren (früher in Deutschland verbessern genannt) darf nicht zur Süssung des Weins verwandt werden (jedoch Süssreserve). Laut EG-Verordnung darf auf diese Weise der Alkoholgehalt bei Weinen der Weinanbauzone A um höchstens 3,5% vol. (in besonders ungünstigen Jahren um 4,5% vol.), in der Zone B um höchstens 2,5% vol. (bzw. 3,5% vol.) und in den Zonen C um 2% vol. erhöht werden. In Deutschland und Österreich darf diese Anreicherung lediglich bei Tafel- und einfachen Qualitätsweinen erfolgen; Kabinettweinen, Spätlesen u.a darf kein Zucker zugesetzt werden. In Südafrika (mit Ausnahmen), Italien, Kalifornien u.a. ist das Anreichern verboten.

ANTABUS - Alkoholentwöhnungsmittel, Wirkstoff: Disulfiram (Tetraethylthiuramdisulfid). Die Wirkung beruht auf einer Auslösung von Alkoholintoleranz. Bereits bei Konsum kleiner Alkoholmengen kommt es zu unangenehmen Erscheinungen wie Hautrötung, Hitzegefühl und Übelkeit, oft auch Herz-Kreislauf-Beschwerden.

ANTINORI (MARCHESI ANTINORI) - Seit 1385, seit 26 Generationen, produziert die Familie Antinori - ununterbrochen seit sechs Jahrhunderten- Weine hoher Qualität. Die Kombination von jahrhundertealten toskanischen und umbrischen Traditionen mit moderner Innovation hat die Familie Antinori zu der wichtigsten Familie im italienischen Weinbau gemacht.

AOSTATAL - Die Rebstöcke der kleinsten Region Italiens sind grösstenteils auf künstlich angelegten Terrassen gepflanzt und müssen in mühsamer Arbeit bewirtschaftet werden. Die Weinberge Courmayeur und Morgex gehören zu den höchsten Europas. Die Palette der Weine reicht vom allgegenwärtigen Chardonnay bis zum Vin de La Sabla, der aus Petit Rouge, Fumin und eventuell weiteren roten Sorten bestehen kann.

APÉRITIF - Ein Glas Champagner, Sekt, Prosecco, leichter Weisswein oder Sherry als Appetitanreger vor dem Essen. Öffnet Sinne und Magen für die kommenden Speisen.

APFELSÄURE - hart schmeckender, natürlicher Bestandteil des Weins. Bei frischen Weißweinen geduldet, bei Weißweinen, die im Barrique ausgebaut werden, meist unerwünscht. Bei Rotweinen stets unerwünscht siehe Malolaktische Gärung.

APIANA (FIANO) – siehe Rebsorten

APPELATION CONTRÔLÉE (A.C.) - In Frankreich 1935 eingeführte und staatlich überwachte Bezeichnung. Sie garantiert die Herkunft eines Weines aus einem ganz bestimmten Gebiet, aber auch die vorgeschriebene Verwendung einer ganz bestimmten Traubensorte, die Einhaltung der Pflege und die Ernte des Weins zu einem bestimmten Zeitpunkt. Die Bezeichnung wird mit A.C. abgekürzt.

A.O.C. - Appellation d´Origine ContrÔlÉe frz. Kontrollierte Herkunftsbezeichnung der französischen Weine; sie sind der Herkunft, Rebsorten, Reifegrad bzw. Mostgewicht und Zucker- und Alkoholgehalt festgelegt. Durch behördliches Dekret ist der Ursprung des Weines klar deklariert (Gebiet, Distrikt, Gemeinde, Lage), nach dem er auf dem Etikett auch benannt ist. Damit werden die typischen Eigenschaften einer Appellation bewahrt.

A.P.Nr. - Abkürzung für Amtliche Prüfnummer

APULIEN - Wahrscheinlicher Ursprung der heutigen Weinkultur. Schon in der Bronzezeit wurde hier Wein bereitet und als um 2000 v. Chr. die Griechen in Apulien siedelten nannten sie es "Oinotria Tellus" - Land des Weins. Das heutige Apulien, der Stiefelabsatz Italiens, ist mit einer Fläche von 19'350 km2 die 7. grösste Region Italiens. Diese Region ist eine lang gezogene, leicht hügelige Ebene am Adriatischen und Ionischen Meer mit 830 km Küste. Im Sommer kann es in Apulien sehr heiss werden und Niederschlag wird fast ausschliesslich im Winter erwartet, wodurch der rot-braune, teils lehmige, teils sandige Boden über Kalkgestein oft bewässert werden muss. Reichhaltige Auswahl an Rebsorten wird von vielen alteigesessenen angeführt. Die wichtigste für Rotwein sind Negroamaro, Primitivo und Malvasia Nera, für Weisswein sind es Verdeca, Bianco d´Alessano, Malvasia Bianca, Bombino Bianco und Trebbiano Toscano

ARÄOMETER - Senkwaage zur exakten Bestimmung des spezifischen Gewichts von Flüssigkeiten. Entwickelt von Ferdinand Christian Oechsle. Im Weinberg und im Weinkeller benutzt man heute zur schnellen, aber ungenaueren Bestimmung des Mostgewichtes den Refraktometer

ARMAGNAC - Kontrollierte Ursprungsbezeichnung für einen Weinbrand aus der Gascogne im Südwesten Frankreichs. Als Traubensorte werden die weissen Traubensorten Colombard, Folle Blache und Ugni Blanc verwendet, die dort auf ton- und kieselhaltigem Boden wachsen. Im Unterschied zu Cognac wird Armagnac in einem kontinuierlichen Brennverfahren einmal destilliert, also nicht rektifiziert. Anschliessend erfolgt direkt Lagerung in kleinen Eichenholzfässern für 3-20 Jahre. Der Mindestalkoholgehalt beträgt 40 Vol%.

ARNEIS – siehe Rebsorten

AROMA - Geschmack und Geruchseindruck des Weins.

AROMASTOFFE - entstehen meist bei der Gärung. Heute sind bis zu 400 verschiedene Aromastoffe nachweisbar. Sie verändern sich durch Oxidation an der Luft. Die Oxidation ist auch der Grund für die Veränderung des Buketts die mit dem Altern des Weins einhergeht.

ARROPE - Traubenkonzentrat, das durch Einkochen von unvergorenem Traubenmost auf ein Fünftel seines ursprünglichen Volumens entsteht. Auf diese Weise enthält man eine tiefbraune Flüssigkeit, die nach gebranntem Zucker oder Karamel schmeckt. Man benutzt sie als Zuckerungs- und Farbzusatz für billigen Sherry der Kategorien Oloroso und Cream Sherry.

ASSAGGIATORE (DEGUSTATORE) - Weinverkoster - Person, die damit beauftragt ist, Weine zur Feststellung und zum Vergleich ihrer Güte zu verkosten

ASSEMBLAGE - Mischen gleichen Weins aus verschiedenen Fässern unterschiedlicher, aber zueinander passender Weinpartien oder verschiedener Rebsorten zu einem einheitlichen Wein (zum Beispiel Champagner, Bordeaux) siehe auch Cuvée.

ASTI - Dieser Wein hat den Namen dieser Stadt in aller Welt bekannt gemacht. Asti ist der aromatische Sekt schlechthin, einer der wenigen in Italien, der das D.O.C.G. Prädikat trägt. Er wird aus der weißen Muskattraube hergestellt, hat ein charakteristisches Aroma und einen fruchtigen im ersten Moment sehr intensiven Geschmack, sein Alkoholgehalt ist mäßig. Eine Weinsorte für besondere Gelegenheiten: mit seinem süßen Geschmack ist er ideal zum Dessert.

ÄTHYLALKOHOL - auch Äthanol. Alkohol in hochwertiger Form Er entsteht während der ersten Gärung, der alkoholischen Gärung, aus dem Traubenzucker. Seine Höhe hängt vom ursprünglichen Zuckergehalt der Traube ab und davon, wieweit der Zucker vergoren wurde. Der Alkoholgehalt des Weins liegt zwischen 9 Volumenprozent bis zu 14,5–15 Volumenprozent

ATMEN - Durch Dekantieren und offenes Stehenlassen, wird ein Wein eine gewisse Zeit der Berührung mit Luft ausgesetzt.

AUFBESSERN - In Österreich erlaubtes Zusetzen zum Most von bis zu 5 kg/hl Zucker oder Traubendicksaft zur Erhöhung des Alkoholgehaltes des Weins, auch Lesegutaufbesserung genannt. Anreichern, Chaptalisieren.

AUFFÜLLEN - Normalerweise einmal wöchentlich vorgenommener Ersatz des im Holzfaß verdunsteten jungen Weins (Schwund) durch Auffüllen, damit keine Luft zwischen der Oberfläche des Faßinhalts und dem Spund auf den Wein einwirkt. Regelmäßiges Auffüllen gehört daher zur Arbeit jedes gepflegten Weingutes. In der Schweiz darf man allen Weinen bis zu 8% "Auffüllwein" zusetzen, und man benutzt dies auch dort, wo dank des Ausbaus in Stahltanks gar kein Schwund entsteht, zur Korrektur kleiner Fehler und Schwächen (in Farbe, Geschmack und Duft) des Weins.

AUFSPRITTEN - Hinzufügen von Weinbrand oder anderen Alkoholen zum Wein. Ergibt Likörweine wie Portwein, Madeira, Sherry, Marsala, Banyuls.

AUSBAU - Nach der Gärung folgt der Ausbau des Weins. Dazu können spontane Vorgänge gehören wie der biologische Säureabbau oder das Ausscheiden von Weinstein, aber auch gezielte Maßnahmen, darunter Auffüllen, Abstich, Schwefeln, Schönen, Filtrieren und dgl. Vielfach wird heute der sog. reduktive Ausbau zur Erzeugung aromareicher, frischer Weine bevorzugt, indem man den Luftzutritt während des Ausbaus nach Möglichkeit zu vermeiden sucht. Dieses Verfahren eignet sich nicht für alle Weine in gleichem Maße, doch kann die Alternative in der Regel kein oxydativer Ausbau, sondern lediglich ein weniger rigoros durchgeführter reduktiver Ausbau sein. Ein extrem reduktiver Ausbau ist in jedem Fall abzulehnen, da er die Weine ihrer Ausdruckskraft und ihrer Entwicklungsmöglichkeiten beraubt und sie geradezu denaturiert. Im allgemeinen benötigt der Wein je nach Sorte und Qualität mehrere Monate bzw. Jahre für seinen Ausbau.

AUSBRUCH - Zusatz eingetrockneter Beeren zu nicht vergorenem Most. Der so gewonnene Wein heißt Ausbruch.

AUSDÜNNEN - das vorzeitige Herausschneiden von Trauben zur Verringerung des Traubenbehangs ca. 4 bis 6 Wochen vor der eigentlichen Ernte. Die noch unreifen Trauben werden auf den Boden fallengelassen. Damit wird die Qualität des aus den restlichen Trauben gewonnenen Mostes gesteigert.

AUSLESE - Lese aller vollreifen und/oder von Edelfäule befallenen Trauben unter Aussonderung aller unreifen Trauben und der daraus bereitete Wein. Anders als in Deutschland dürfen in Österreich dazu nur spätgelesene Trauben verwandt werden. Die Anforderungen an die Mindestmostgewichte liegen in Deutschland je nach Anbaugebiet und Rebsorte zwischen 83° und 105° Oechsle (in Österreich einheitlich 21° KMW ^= 105° Oechsle). Bei den sehr seltenen Schweizer Ausleseweinen darf es sich um keinen Verschnitt handeln.- Ausleseweine sind in der Regel von Natur aus mehr oder weniger trocken und verfügen dann über einen eher hohen Alkoholgehalt von etwa um 13% vol. Sie können einen trockenen Weißweinen wie Rotweinen abträglichen Botrytis-Ton aufweisen, und die besten von ihnen stellen bemerkenswerte Weine dar.

AZIENDA - Italienisch für (Wein)Gut. Eine Differenzierung ergibt sich durch folgende Nachsilben: Azienda Agricola: ein Betrieb, der ausschliesslich selbst angebaute Weintrauben für die Weinproduktion verwendet. Der Begriff stimmt mit der deutschen Erzeugerabfüllung überein. Azienda Vinicola: ein Betrieb, oft ein sehr großes Unternehmen, der ausschließlich Weine aus gekauften Weintrauben herstellt. Azienda Vitivinicola: ein Betrieb, der sowohl Weintrauben aus eigenen Weinbergen, als auch zugekaufte Weintrauben zur Weinproduktion verwendet.



 

 

 


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