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Ist die Luftkammer ein Lagerort für Ihren Wein? Wie wird die Zuckerung geregelt?
Es gibt unendlich viele Fragen zum Thema Wein. Wir werden mit unserem Lexikon versuchen, einige Antworten zu geben.


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D - Dame blanche bis durchrieseln

DAME BLANCHE, CHÂTEAU LA - Name, unter dem der Weißwein von Château du Taillan verkauft wird, und eines der wenigen Weingüter des Haut-Médoc, die Weißwein erzeugen. Es liegt in Le Taillan bei Blanquefort, ein paar hundert Meter nördlich der Grenze zu den Graves. Der Rot- wie Weißwein des Gutes erinnern in der Tat eher an leichte Graves. Da die Appellation Haut-Médoc ausschließlich für Rotweine gilt, kann Château La Dame Blanche nur als Bordeaux supérieur in den Handel kommen.

DÃO - Seit 1908 eingegrenztes portugiesisches Weinbaugebiet in einer nordöstlich von Coimbra gelegenen Hügellandschaft um die Stadt Viseu, die von bis zu 2000 m aufsteigenden Bergketten umschlossen wird, denen sie ihre klimatischen Besonderheiten verdankt, die sich ebenso wie die Granitböden auf den Charakter des Weins auswirken. Von allen gesetzlich kontrollierten portugiesischen Weinanbaugebieten mit eigener DOC-Regelung hat das Dão-Gebiet, sieht man einmal von dem Portweingebiet ab, den größten Namen. Von den insgesamt 20000 ha Rebfläche sind 16500 ha mit roten Sorten bestockt. Qualitativ die wichtigste Rebsorte, aus der der rote Dão erzeugt wird, ist der überragende Touriga Nacional, ergänzt durch Alfrocheiro Preto, Tinta Pinheira, Jaen, Bastardo und Tinta Roriz (Tempranillo). Sie ergeben einen so tieffarbenen und so gehaltvollen Wein, daß man ihn fast schon als dick bezeichnen könnte. Dennoch haben die besten roten Dão Charakter und Art, ja mitunter durchaus Nerv, und als Garrafeira oder - häufiger - als Reserva können sie, zehn bis zwanzig Jahre alt, von beachtenswerter Feinheit und Eleganz sein. Meist sollten sie nicht älter als zehn Jahre werden, wenngleich eine verbesserte Kellertechnik inzwischen die Qualität der Weißweine deutlich verbessert hat und einige durchaus zwanzig Jahre und älter werden können.

DAUMAS GASSAC, MAS DE - Ein rund 24 ha großes Weingut bei Aniane im Gassac-Tal inmitten des Midi im Département Hérault, das sich seit 1978, als der erste Wein erzeugt wurde, sehr in Szene zu setzten gewußt hat. Inzwischen ist es um das Gut und seinen Wein wieder etwas ruhiger geworden, und die erste Euphorie erscheint verflogen. Was geblieben ist, ist ein hervorragender, strukturierter, tiefer, konzentrierter, tanninreicher Wein, der geologisch und dank des kühleren Klimas mikroklimatisch eine Ausnahme im Languedoc darstellt. Er besteht zu 80% aus Cabernet Sauvignon und zu 20% aus gleichen Teilen Malbec, Merlot, Syrah, Cabernet franc, Pinot noir und Tannat. Auch wenn das Ergebnis kein Bordeaux aus dem Midi ist, dürfte es doch das bedeutendste sein, was auf diese Art aus dem Hérault kommt. Noch bedeutender ist vielleicht der besonders rare Weißwein, der Blanc de raisins blancs, der zu je etwa 30% aus Chardonnay, Viognier und Petit Manseng plus 10% Roussanne, Marsanne und Bourboulenc besteht. Der Wein verfügt über eine bemerkenswerte Komplexität und Eleganz, ist großzügig und reich und von großer Ausdruckskraft.

DEBRÖ - Die berühmteste Weinbaugemeinde des Weinbaugebietes um Gyöngyös an den Abhängen des Mátragebirges nordöstlich von Budapest, westlich von Eger, als deren herausragendster Wein der Debröi Hárslevelü (Debröer Lindenblättrige) gilt, ein fruchtiger, charaktervoller, nuancenreicher und eleganter Weißwein, der, zumal in trockenen Abfüllungen, zu den besten seiner Art in Ungarn gehört.

DEGORGIEREN - ( dégorger frz.reinigen) Alte Bezeichnung für Enthefen Entfernen der Hefe beim Champagner nach der Flaschengärung. Der Flaschenhals wird kurz in ein Eisbad gesteckt, bis die Hefe gefriert; der Kronkorken, der die Flasche verschließt, wird gelöst: Der Hefestopfen schießt aus der Flasche, der Champagner ist klar. Die Flasche wird mit der Dosage aufgefüllt und endgültig verkorkt.

DEGUSTATION - (frz. probieren)Fachausdruck für die Verkostung von Wein, aber auch anderen Lebensmitteln, denen eine Beurteilung des Weins folgt. Die Verkoster , die Weine in besonders dafür ausgestatteten Probierräumen prüfen und beurteilen, heissen Degustoren

DEKANTIEREN - (décanter frz. klären, abklären) darunter versteht man das Abgiessen des klaren Weines von seinem Depot (Bodensatz). Am Bauch oder Boden von mit älterem, extraktreichem Rotwein lagert sich oft das braunrot-dunkle sog. Depot ab. Beim Einschenken würde es aufgewirbelt, den eingeschenkten Wein trüben und sich auf unangenehme Weise beim Trinken bemerkbar machen. Deshalb trennt man das Depot vom Wein, indem man den Inhalt der Weinflasche vorsichtig in eine Karaffe umfüllt, wobei der Trub zurückbleibt. Dieses Dekantieren wird bisweilen auch bei besonders wertvollen Rotweinen durchgeführt weil sich durch den Kontakt mit dem Sauerstoff der Luft das Bukett besser entfalten kann. Bis um 1800, noch ehe die Sekte gerüttelt und degorgiert wurden, mußte jedoch jeder Sekt dekantiert werden, um ihn vom Trub zu trennen. Heute ist dies nicht mehr nötig.

DEMI-SEC - halbtrocken, entspricht bei Champagner "süß"

DELIGHT - Weisse Tafeltraube, die kernlose, gelbe Beeren hervorbringt, mit relativ neutralem Geschmack.

DEPOT - Niederschlag, Ablagerung, der sich in der Flasche bildet, und durch dekantieren vom klaren wein getrennt wird. Das Depot besteht bei weissweinen meist aus unschädlichen, farb- und geschmacklosen Weinkristallen, bei Rotwein kommen noch ausflockende Gerbstoffeund Farbstoffe hinzu.

DESSERTWEIN - Gebräuchlicher Ausdruck für süsse Weine, die traditionell zu Nachspeisen und würzigem Käse gereicht werden. Als Regel gilt, dass der Wein immer süsser als die Nachspeise sein sollte. Ist die Nachspeise süsser als der Wein, so wird er oft dünn und unangenehm schmecken. Nach EU-Vorschriften sind sie heute als Likörweine zu bezeichnen.

DEUTSCHES WEINSIEGEL - Dieses Gütezeichen für gehobene Weine wird von der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) verliehen. Das Deutsche Weinsiegel hat die Kennfarben rot/schwarz für liebliche und süße Weine, grün/schwarz für halbtrockene Weine und gelb/schwarz für trockene Weine (im letzten Fall wahlweise ein Rückenetikett mit vorgeschriebenen Angaben für Diabetiker geeignetem Wein). Im Badischen gibt es ein eigenes Gütezeichen.

DEUTSCHLAND - Trotz des großen, jahrhundertealten und wohlbegründeten Rufs seiner Weine kann man Deutschland kaum als ein typisches weinerzeugendes und weinverbrauchendes Land bezeichnen, da der Rebanbau heute, von wenigen Ausnahmen abgesehen, ganz auf den Südwesten der Bundesrepublik, auf das Tal des Rheins und seiner wichtigsten Nebenflüsse begrenzt ist. Hier sind insgesamt 105.770 ha mit Reben bestockt, was gerade 11% der französischen Rebfläche entspricht. Angesichts einer Durchschnittsernte von rund 10 Mill. hl, von denen zwischen 15 und 20% exportiert werden, entfällt kaum die Hälfte des normalen Verbrauchs auf heimische Weine, so daß die Bundesrepublik zugleich der größte Weinimporteur der Welt ist. Eine weitere Zunahme des Pro-Kopf-Verbrauchs, wie er in den letzten Jahrzehnten in den Nachbarländern Dänemark, Luxemburg, der Schweiz und Österreich zu verzeichnen war, ließe sich daher ausschließlich über eine Steigerung des Imports erreichen, woran die deutsche Weinwirtschaft begreiflicherweise wenig Interesse hat, da sie aus klimatischen Gründen die Erzeugung zur Deckung des Inlandsbedarfs und zur Steigerung des Pro-Kopf-Verbrauchs nicht ausdehnen kann. Dennoch verkauft sich deutscher Wein nicht von selbst. Die Gründe dafür liegen nicht nur an der in jedem Land anzutreffenden erheblichen Diskrepanz zwischen mittelmäßigen und gewöhnlichen Weinen einerseits und Spitzenerzeugnissen andererseits, die ohne jede Frage in nennenswertem Maße vorhanden sind und auf ihre Weise zu den besten der Welt gehören. Doch, und dazu hat das Weingesetz von 1971 erheblich beigetragen - ohne daß das neue Weingesetz von 1994 daran entscheidendes geändert hat -, hat man Qualität zu lange und zu ausschließlich als rein technisches Kriterium der formalen Fehlerfreiheit definiert, ohne wirkliche Anreize zur Steigerung des Niveaus zu geben, so daß die Erzeuger, losgelöst von jeder Form traditioneller Weinkultur, ihre Weine mehr und mehr an dem Gelegenheitsweintrinker orientierten, der keine innere Bindung an den Wein hat und dem es angesichts einer verwirrend komplizierten Nomenklatur unmöglich war und ist, eine verstärkte Identifizierung mit einem bestimmten Wein zu entwickeln. Mehr und mehr Erzeuger haben die Bezeichnung vereinfacht und füllen nicht mehr jeden Wein unter einer möglichst blumigen Lagenbezeichnung, sondern nur noch mit den Namen der Rebsorte und des Erzeugers versehen ab. Andere wiederum gehen neue Wege bei Vergärung und Ausbau, setzen wieder wie früher Holzfässer statt ausdruckslose Stahltanks zumindest bei den höheren Qualitäten ein. Einige sind in den letzten Jahren noch weiter gegangen und haben begonnen, mit einem Weinausbau in Barriques zu experimentieren und dabei zum Teil höchst bemerkenswerte Ergebnisse erreicht, die beweisen, daß es sich hierbei genauso wenig um eine Verfremdung handelt wie bei den Sünden anderer Länder, etwa Italiens, Weißweine nahezu nur noch in Stahltanks auszubauen. Allein die Qualität des Ergebnisses ist es beim Wein, die wirklich zählt.
Zusätzlich hat die Einsicht, daß die Erträge um der höheren Qualität willen deutlich reduziert werden müssen, bei einer wachsenden Zahl von Erzeugern um sich gegriffen, bei denen heute vielfach 60-80 hl/ha, z.T. sogar 50 hl/ha und weniger als Obergrenze gelten. Und daß hochwertige Weine und Weinkultur etwas mit Lagerung, Reife und Alter und nicht mit Primeur-Konsum zu tun hat - etwas, woran jeder Weinliebhaber bezogen etwa auf Bordeaux-Weine nicht den geringsten Zweifel hat -, greift erfreulicherweise auch im Bereich trockener deutscher Weine allmählich um sich.
Die Folgen sind weitreichend. Nicht mehr ist jeder hervorragende und bemerkenswerte deutsche Wein grundsätzlich ein Weißwein. Gerade bei der Rotweinerzeugung gibt es qualitativ beachtliche Steigerungen, wenn auch der Aufstieg weiterhin hart und steinig bleiben dürfte und die Mehrzahl noch weit vom Ziel entfernt ist. Doch - und dies ist die eigentliche Sensation, an die noch vor wenigen Jahren niemand zu denken wagte - es gibt bereits die ersten, die einen Rotwein von internationalem Format zu erzeugen vermögen. Zugleich hat damit der Spätburgunder auf Kosten des einst favorisierten, doch deutlich geringeren Portugiesers auch quantitativ eine führende Stellung eigenommen.
Insgesamt wird Deutschland zweifellos ein Weißweinland bleiben, doch auch hier ist zumindest bei den Spitzenbetrieben ein Wandel und die Korrektur früherer Fehlentwicklungen erkennbar. Gab es einmal eine Zeit, in der es als Ausweis eigener Modernität galt, mehr und mehr Parzellen mit entweder ausdruckslosen oder qualitativ unbedeutenden Neuzüchtungen zu bepflanzen, so ist diese Euphorie inzwischen glücklicherweise verflogen, und eine wachsende Zahl verzichtet inzwischen nicht nur ganz auf sie, sondern konzentriert darüber hinaus die Erzeugung ganz auf die bewährten und gebietstypischen Qualitätssorten. Sieht man einmal von dem in den wichtigsten Gebieten nach wie vor ungebrochenen, wenn auch verlangsamten Rückgang des Silvaners und Korrekturen beim Grauen Burgunder ab, so sind die Zunahmen bei Riesling, Weißem Burgunder und Gutedel ebenso erfreulich wie die rückläufigen Tendenzen bei Müller-Thurgau, Scheurebe, Morio-Muskat, Faber, Huxelrebe u.a. fragwürdigen Neuzüchtungen.
Ein weiterer Wandel letzter Zeit erfaßt schließlich die Weine selbst und ihren Alkoholgehalt. Verglichen mit den Gewächsen der Sonnenländer sind deutsche Weine im Alkohol in der Regel leichter. Doch die Erkenntnis verbreitet sich, daß Alkohol allein keine Qualitätsfrage ist. Sicherlich erfordert der Riesling in seiner Balance zwischen Alkohol, Körper und Säure weniger Alkohol als etwa ein Chardonnay, und sicherlich ist diese Balance und damit der erforderliche Alkoholgehalt an der Mosel eine andere als im Rheingau oder an der Mittelhaardt. Ein Rotwein erfordert in der Regel hingegen mehr Alkohol - und Körper -, um sich ausgeglichen zu präsentieren. Als Folge dieser Einsicht haben viele Spitzengüter für sich die Eingangsmostgewichte für die jeweiligen Qualitätsstufen (Kabinett, Spätlese) mehr oder weniger deutlich über das gesetzliche Minimum angehoben, und manche verzichten sogar ganz auf den Kabinettwein - was nicht nur beim Rotwein sinnvoll wäre -, und nehmen statt dessen lieber eine maßvolle Chaptalisierung auf Werte um 11% vol. vor, statt einen mitunter recht mageren Kabinettwein mit 9% vol. Alkohol anzubieten. Auch die Erzeugung noch höherer Prädikate wie Auslese, Beerenauslese, Eiswein und Trockenbeerenauslese erscheint heute nicht mehr jedem Gut als erstrebenswert. Prestige läßt sich auch anders erreichen, auch wenn eine große Riesling Beeren- oder Trockenbeerenauslese auf ihre Weise einen einzigartigen, aber äußerst raren Wein darstellt.
Diesem Wandel entsprechen zweifellos Veränderungen in den Trinkgewohnheiten, und sie sind Ausdruck eines verstärkten Genusses deutscher Weine in Verbindung mit einem passenden Essen. So wichtig und begrüßenswert diese Entwicklung auch ist, bleibt der deutsche Wein darüber hinaus ein Wein, der durchaus nach dem Essen getrunken werden kann und dann angesichts seines moderaten Alkohols, seiner fruchtigen und oftmals komplexen und eleganten Struktur anderen alkoholischen Getränken deutlich überlegen ist.
Angesichts der nördlichen Lage mit seinem relativ kühlen Klima gedeihen Reben in Deutschland nur in besonders bevorzugten Lagen, meist Flußtälern, zumal in Südwestdeutschland, sowie in kleinerem Umfang in Ostdeutschland. Gerade der Rhein wirkt klimaregulierend, und sechs der dreizehn deutschen Weinbaugebiete liegen daher entlang des Rheins. Dem Flußverlauf folgend sind dies:
1. Baden, weitgestreut, vielgestaltig, mit Weinen sehr unterschiedlicher Qualität und zunehmender Bedeutung, auch wenn die Bereiche Kaiserstuhl und Ortenau jenseits der Landesgrenzen nach wie vor das größte Ansehen genießen ;
2. Hessische Bergstraße, nach Norden anschließendes drittkleinstes deutsches Anbaugebiet;
3. Pfalz, zweitgrößtes deutsches Anbaugebiet, dessen beste Weinbaugemeinden an der Mittelhaardt zwischen Kallstadt und Neustadt liegen, darunter Deidesheim, Forst, Ruppertsberg, Wachenheim, Ungstein u.a. Orte;
4. Rheinhessen, größtes Anbaugebiet, bekannt für seine hervorragende Rheinfront um Nierstein, gegenüber der die Weine des Hügellandes in der Regel sehr viel weniger Beachtung finden;
5. Rheingau, qualitativ das herausragendste Anbaugebiet am Rhein, nördlich des Rheins zwischen Hochheim und Lorch gelegen mit so berühmten Orten wie Rauenthal, Erbach, Hattenheim, Johannisberg, Rüdesheim u.a.
6. Mittelrhein, sehr romantisch, doch ohne Frage mit einigen Weinen, zumal Rieslingen, die durchaus Beachtung verdienen und zumeist aus Bacharach, Kaub, Oberwesel, Boppard u.a. Orten stammen.
Von den verbleibenden Gebieten liegen an fünf Nebenflüssen des Rheins:
1. Württemberg, dessen Weinbau sich um den Neckar konzentriert mit Weinen oftmals eigenen Charakters und über 55% Rotweinanteil, dessen beste Qualitäten außerhalb des Gebiets wenig bekannt sind;
2. Franken, dessen Weine zumeist aus dem Maintal um Würzburg stammen und in den beliebten Bocksbeuteln abgefüllt sind;
3. Nahe mit vielfältigen Weinen und weitgehend unbekannten Spitzenqualitäten meist aus dem Raum zwischen Schloßböckelheim und Münster-Sarmsheim;
4. Mosel-Saar-Ruwer, was den Wein angeht, wichtigster Nebenfluß (samt dessen Nebenflüssen) mit bedeutsamen, allein dem Rheingau qualitativ vergleichbaren Weinen insbesondere um Wiltingen (Scharzhofberg), an der Ruwer und Bernkastel;
5. Ahr, das kleine Rotweingebiet (80% Rotweinanteil) unweit von Bonn, das sich in den letzten Jahren erfolgreich bemüht hat, den Ruf alleiniger minderer Touristenqualität abzuschütteln.
Bei den beiden verbleibenden Gebieten handelt es sich um das derzeit kaum 400 ha umfassende Weinbaugebiet Saale-Unstrut in Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie um das kleinste deutsche Weinbaugebiet Sachsen, im wesentlichen elbabwärts von Dresden um Radebeul und Meißen gelegen.
Da das deutsche Weingesetz dem Mostgewicht der Trauben mehr Beachtung schenkt als der unterschiedlichen Qualität der Böden, auf denen die Reben wachsen, ist die Vorstellung von der "Qualität im Glas" entstanden, d.h. der Einstufung von Weinen in die verschiedenen Qualitätsstufen allein nach dem Eingangskriterium des Mostgewichts. Lediglich die Höhe der Oechslegrade - in Österreich, Italien u.a. Ländern kommen zumindest noch Säure-, Extrakt-, Asche- u.a. qualitätsbestimmende Werte hinzu - entscheidet, ob der Wein in die Kategorie QbA, Kabinett usw. einzuordnen ist. Die letzte Entscheidung fällt dann bei der Amtlichen Qualitätsweinprüfung, die alle als Qualitätsweine vorgesehenen Weine - verbunden mit dem Antrag auf Zuteilung der gewünschten Qualitätsstufe - durchlaufen müssen, bevor sie in Verkehr gebracht werden dürfen. Bei bestandener Prüfung enthält jeder Wein die auf dem Etikett anzugebende Amtliche Prüfnummer. Statt sich mit diesen Prüfungsämtern und anderen staatlichen Behörden auseinandersetzen zu müssen, zieht es heute eine wachsende, wenn auch noch kleine Zahl von Erzeugern, ähnlich der Entwicklung in Italien, vor, besonders hochrangige, mitunter im Barrique ausgebaute Weine schlicht als Tafelweine in den Handel zu bringen, was ein bezeichnendes Licht auf die Frage der Qualitätsorientiertheit eines Weingesetzes wirft.
Auf dem Etikett erscheint neben der Prüfnummer (bei allen Qualitätsweinen) der Hinweis auf die Qualitätsstufe (ansonsten sind es Tafel- oder Landweine), bei nahezu allen besseren Weinen das Jahr, die Rebsorte und eine geographische Herkunftsangabe, d.h. neben dem Anbaugebiet meist eine Lagenbezeichnung. Bei diesen ist es jedoch nur dem Kenner möglich, zwischen Groß - und Einzellage zu unterscheiden, d.h. die Bedeutung der Angabe zu ermessen (weshalb einige Erzeuger ganz auf sie verzichten). Lediglich in vier Fällen steht bei diesen Herkunftsangaben allein der Lagenname (ohne Ortsangabe), da der Lagenname zugleich als Orts- bzw. Ortsteilname gilt. Diese vier grands crus sind: Schloß Johannisberger, Schloß Vollrads, Steinberger, Scharzhofberger. Ferner mag noch eine Geschmacksrichtung angegeben sein, wobei in der Praxis Einstufungen wie trocken oder halbtrocken genannt werden. Findet sich keine Angabe, dürfte es sich in der Mehrzahl der Fälle um eine liebliche oder süße Abfüllung handeln. Schließlich müssen noch Erzeuger oder Abfüller genannt werden, wobei der Weintrinker in der Regel in Deutschland der Erzeugerabfüllung den Vorzug geben wird.

DIABETIKERWEIN - So deklarierte Weine sind laut deutschemn Weinrecht seit Ende 1995 Weine, die unter Berücksichtigung der übrigen Erfordernisse bis zu 20 g/l Zucker enthalten, vorausgesetzt, der Anteil des Traubenzuckers (Glucose) an diesem Gesamtzucker liegt bei höchstens 4 g/l. Damit können Diabetiker auch auf dem Rückenetikett so ausgewiesene halbtrockene oder liebliche Weine trinken. Doch wird der Diabetikerwein damit keineswegs aufgewertet, denn ein an der Obergrenze liegender Zuckergehalt dürfte wesentlich auf zugesetzten Rohrzucker (Saccharose) zurückzuführen sein.

DICK - Ein körper- und extraktreicher Wein, unter Umständen auch mit zu viel Restzucker oder Alkohol ausgestattet, dem es an Feinheit und Struktur fehlt. Die nächste Stufe der Negativskala wäre plump.

DICKMAULRÜSSLER - Schädling aus der Familie der Rüsselkäfer, der Rebknospen und Blätter anfrißt.

DIONYSOS - Lat. Bacchus; griechischer Gott der Ekstase und Fruchtbarkeit, besonders des Weines; Sohn des Zeus. Der Sage nach pflanzte er den ersten Weinstock und lehrte die Menschen die Weinbereitung. Zum rauschhaften Dionysos-Kult gehörten neben Komödien- und Tragödienaufführungen auch Weinweihe und Wetttrinken. Zahlreiche Darstellungen zeigen Dionysos als wohlgenährten Zecher mit Trinkgefäss und Efeukranz.

DIREKTTRÄGER - Bezeichnung für wurzelechte Rebstöcke im Gegensatz zu den heute verbreiteten Pfropfreben. Da die Vinifera-Sorten jedoch seit der Reblaus-Krise allgemein in Form von Pfropfreben angepflanzt werden, bezeichnet man als Direktträger zumeist die Kreuzungen aus Vinifera und amerikanischen Reben, die sogenannten Hybriden.

DO - Denominación de Origen Klassifiziert in Spanien einen Qualitätswein mit kontrollierter Herkunft.

DOC - Denominazione di Origine controllata. Kontrollierte Ursprungsbezeichnung für italienischen Wein, der in einem genau begrenzten Gebiet angebaut und nach festgelegten Produktionsverfahren hergestellt wird.

DOCa - Bedeutet "Denominación de Origen Calificada" (kontrollierter und garantierter Ursprung) und ist die höchste spanische Weinqualitätsstufe.

DOCG - Denominazione di Origine Controllata e Garantita: höchste Stufe der italienischen Weinhierarchie. Diese kontrollierte und garantierte Ursprungsbezeichnung ist nur sechzehn hochwertigen Weinen vorbehalten (zum Beispiel Barolo, Barbaresco, Brunello di Montalcino, Chianti).

DOLCETTO - Der Dolcetto wird aus Trauben von Weinbergen aus verschiedenen Gegenden des Piemonts hergestellt. Er ist rubinrot mit violetten Reflexen, sein Geruch ist weinig und fruchtig. Dank seines weichen, trockenen, an Mandeln erinnernden Geschmacks passt er zu allen leichten Gerichten der piemontesichen Küche. Er sollte jung und bei 18°C genossen werden.

DOMÄNE - Häufig verwendete Bezeichnung für ein Weingut in Burgund und im Süden Frankreichs. In der Regel größeres Weingut, das sich meist im Besitz des Staates oder traditionell im Besitz einer Adelsfamilie befindet (Schloß Vollrads; in Bordeaux z.T. gleichbedeutend mit Château) oder einen umfangreichen, breitgestreuten Besitz umfaßt (Staatsweingüter, Staatliche Weinbaudomänen).

DOMINA - Rote Neuzüchtung aus Portugieser x Spätburgunder mit reiferen, farbintensiveren, allerdings meist auch säurereicheren Weinen als jene vom Portugieser, jedoch sehr eindimensional. Vorwiegend in Franken zu finden.

DORDOGNE - Bedeutender Fluß in Südwestfrankreich, der nördlich von Bordeaux durch die Vereinigung mit der Garonne den den Gezeiten ausgesetzten Mündungstrichter der Gironde bildet.- Außerdem ein weiter östlich gelegenes Département mit einer Rebfläche von 15526 ha, von der eine Reihe verschiedenartiger, häufig ansprechender Rot- und Weißweine kommt, darunter Bergerac, Monbazillac, Montravel, Pécharmant, Rosette u.a.

DORNFELDER - Weinsberger rote Neuzüchtung aus den Neuzüchtungen Helfensteiner x Heroldrebe. Als derzeit erfolgreichste rote Neuzüchtung findet sie zunehmend Verbreitung in der Pfalz, in Rheinhessen und in Württemberg. Ihre zunehmende Verbreitung beruht auf der vergleichsweise hohen Farbkraft (und Tanningehalt) der aus ihr erzeugten Weine, die viele übersehen läßt, daß ein in Barriques ausgebauter Dornfelder sehr eindimensional und einsilbig ist und die Komplexität und Eleganz eines gelungenen Spätburgunders nicht im entferntesten zu erreichen vermag.

DORSCHT - Es wäre ein großes Mißverständnis, das Wort Dorscht als mundartliche Variante des hochdeutschen Wortes Durst anzusehen. Während der Durst das profane, durch Wasserverlust im Körper verursachte Verlangen nach Wasser und anderen erfrischenden Getränken ist (denen man allenfalls noch die Schorle und den Gespritzten zurechnen kann), also nach Flüssigkeit ganz allgemein, ist Dorscht der sehnliche Wunsch nach einem stärkenden oder genießerisch zu verkostenden Glas Rheinhessenwein.

DOSAGE - Bei der Erzeugung von Schaumweinen oder Champagnern unterscheidet man zwei Formen von Dosage, die Fülldosage und dieVersanddosage. Sie dient der Cuvée zur Einleitung der zweiten Gärung und wird zugesetzt. Diese Fülldosage darf lediglich aus unvergorenem, angegorenen oder konzentriertern Most oder aus Wein und Zucker bestehen. Nach dieser zweiten Gärung ist jeder Schaumwein bis zum Degorgieren absolut trocken. Dann erst erhält er in der Regel die Versanddosage, auch liqueur d'expédition genannt, aus Most, Wein, Zucker oder einer Mischung daraus, gegebenenfalls mit Zusatz eines Weindestillats, des sog. Esprit de Cognac. Je nach Höhe des hinzugefügten Zuckeranteils kommt der Schaumwein dann als Brut, Extra trocken, Trocken, Halbtrocken oder Mild in den Handel. Seit einigen Jahren kommen innerhalb wie außerhalb der Champagne eine wachsende Zahl von Schaumweinen ohne Versanddosage (Sans Dosage, Extra brut, Brut zéro o.ä.) in den Verkehr. Auch die in Deutschland praktizierte Beimischung von Süßreserve zum Stillwein wird mitunter als Dosage bezeichnet, ebenso wie der erlaubte künstliche Zusatz von Kohlensäure.

DOUBLE-MAGNUM - siehe Flasche

DRY - Englische Bezeichnung für trocken; entspricht asciutto, sec, secco, seco, xeros. Ein als dry bezeichneter Champagner oder Schaumwein ist dagegen schon recht süß und weist einen Restzuckergehalt zwischen 17 und 35 g/l auf. Als extra dry deklariert, liegt er immer noch bei 12 bis 20 g/l Restzucker.

DUFTIG - Wein, der einen zarten Duft aufweisst.

DULCE - Spanische Bezeichnung für Süss.

DUNKELFELDER - Rote Neuzüchtung von Froelich aus unbekannter Kreuzung, mit der heute 173 ha, fast ausschließlich in der Pfalz, Baden und Rheinhessen, bestockt sind. Sie liefert farbintensive, doch geschmacklich eher belanglose Weine.

DÜNN - Wein mit zu wenig Körper, Alkohol und/oder Säure. Das Gegenteil auch beim Wein: dick
DURCHGEGOREN - Weine, die nach der Gärung keinen nennenswerten natürlichen Restzucker mehr haben.

DURCHRIESELN - Eine der vielen Sorgen des Winzers: Sie tritt als Folge anhaltender Regenfälle oder kühler Witterung während der Rebblüte auf und äußert sich darin, daß je nach Sortenanfälligkeit viele Blüten nicht befruchtet werden, die Fruchtansätze daher verkümmern und schließlich abfallen. Zwar wird die Qualität des Weins dadurch nicht direkt beeinflußt, sehr wohl aber der Ertrag, der je nach Ausmaß drastisch gemindert werden kann bis hin zum völligen Verlust der Ernte.

 



   

 

 


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