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G
- Gaglioppo bis Grundwein
GAGLIOPPO - siehe Rebsorten
GALLO NERO - Konsortium Schwarzer
Hahn. Der 1924 dreiunddreissig Mitglieder zählende Verband
hat sich heute auf mehr als 600 erweitert (davon füllen 250
ihre Weine unter einem eigenen Etikett ab), die mehr als 80% der
globalen Appellation Chianti Classico produzieren. Die Dimensionen
reichen von Klein- und Mittelbetrieben über Genossenschaftskellereien
bis zu Firmen von industriellem Niveau, für alle gilt der
volle Respekt der vom Konsortium vorgegebenen Normen, an erster
Stelle die Verpflichtung, den Chianti Classico Schwarzer Hahn
ausschliesslich innerhalb der Produktionszone abzufüllen
(was vom italienischen Weingesetz für keinen einzigen Wein
vorgeschrieben ist), um effektive Kontrollen zu ermöglichen.
GANZTRAUBENPRESSUNG - Keltern von Weintrauben ohne Entrappen, um hochwertigere Moste
zu erhalten.
GARGANEGA - siehe Rebsorten
GÄRUNG - Vorgang, bei dem sich die Umwandlung von Zucker in Alkohol und
Kohlensäure vollzieht; wenn dies geschieht, wird Traubenmost
zu Wein. Obwohl die Gärung seit Menschengedenken bekannt
ist, hielt man sie für einen spontanen physikalischen Vorgang,
bis Louis Pasteur 1857 den Nachweis führte, daß sie
von der Hefe als lebendem Organismus bewirkt wird. Moderne Weinchemie
und Kellertechnik gehen sehr viel weiter, und in fast allen guten
Kellereien wird die Gärung heute nicht mehr dem Zufall überlassen,
sondern genauestens kontrolliert bis hin zur gelenkten Gärung.
Dabei werden die Gärkeller je nachdem entweder erwärmt
oder gekühlt (auf etwa 18-20°), um einen zügigen
Gärbeginn und eine völlige Vergärung zu erreichen.
Bei Rotweinen gelten heute Gärtemperaturen zwischen etwa
28 und 32° - bei Weißweinen je nach Art bis zu 22-25°
- als ideal, um die Frische und die Aromastoffe im Wein möglichst
zu erhalten. Bei Weinen mit mehr oder weniger große m Restzuckergehalt
kommt die Gärung entweder durch den hohen Zucker- oder Botrytisgehalt
von selbst zum Stillstand, ohne daß aller Zucker vergoren
wurde, oder man beendet diese Gärung vorzeitig durch Druck,
Kälte, Schwefel, Zusatz von Alkohol (so bei Portweinen; in
Deutschland verbotenes Verfahren) oder andere kellertechnische
Maßnahmen. Theoretisch kann durch reine Hefegärung
ein natürlicher Alkoholgehalt von bis zu über 18% vol.
entstehen, der in der Praxis aber höchstens in heißen
Regionen für Spezialweine angestrebt und erreicht wird. Rotweine
werden überwiegend vor dem Keltern auf der Maische vergoren
(Maischegärung), während Weißweine durchweg zuerst
gekeltert und dann vergoren werden. Nachgärung.
GATTINARA - Der italienische DOCG-Rotwein ist nach der gleichnamigen Gemeinde
in den Vercelli-Bergen in der Region Piemont benannt. Schon die
Römer legten hier die ersten Weinberge an und Kardinal Mercurino
Arborio (Kanzler von Kaiser Karl V.) brachte den Wein an die Höfe
Europas. Der tanninreiche Wein mit 12% vol Alkohol-Gehalt gilt
als einer der besten und langlebigsten Rotweine des Nordens und
wird aus Nebbiolo (Spanna) und bis 10% Bonarda di Gattinara gekeltert.
GAVI ODER CORTESE DI GAVI - (siehe Rebsorten)
GEFÄLLIG - Bezeichnung für angenehme nicht aufdringliche Weine.
GEISSENHEIM - Sitz der Hessischen Forschungsanstalt für Wein- und Gartenbau
im Rheingau. Eine der bedeutensten Ausbildungsstätte der
Welt.
GEIZTRAUBE - Kleine, nicht entwickelte Trauben an den Geiztrieben, die sich
erst im Laufe des Sommers herausbilden und folglich von seltenen
Ausnahmen abgesehen nicht reif werden, so daß man sie, um
den Stock nicht unnötig zu belasten im Sommer ausbricht,
das sog. Ausgeizen.
GELANTINE - Weinzusatzstoff, mit dem Proteine aus dem Rotwein herausgeholt
werden.
GERBSTOFF - (Önotannin) Natürlicher Inhaltsstoff im Wein. Er ist
verantwortlich für den adstringierenden
Geschmack. Gerbstoffe entstehen vorwiegend in den Kämmen
(Rappen), Kernen (Samen) und Schalen (Hülsen) der Traubenbeeren.
Somit ist nicht die Traubensorte, sondern die Trauben- und Maischebehandlung
entscheidend für den Gerbstoffgehalt des Weins.
GEROPIGA - Ein Traubenmostkonzentrat, das aus frischem Traubenmost durch
Eindampfen zu Sirup konzentriert worden ist, um dann weniger erlesenen
Portweinen beigegeben zu werden, um ihnen zu Süße und
Körper zu verhelfen.
GESCHEIN - Blütenstand der Weinrebe.
GESCHMACK - Gesamtheit des Eindrucks den der Wein auf der Zunge hinterläst.
An ihm erkenntmann Finesse, aber auch Fehler des Weines.
GESCHMACKSSINN - Die Fähigkeit zur Wahrnehmung chemischer Substanzen. Die
Geschmackssinneszellen beim Menschen sind als Geschmacksknospen
an bestimmten Stellen der Zunge vereinigt. 4 Qualitäten werden
unterschieden: süss, sauer, salzig und bitter. Durch ihre
Kombination und hinzukommende Wahrnehmungen des Geruchssinns entsteht
eine Vielzahl von Geschmacksnuancen.
GESPRITET - Weine, deren tatsächlicher Alkoholgehalt
nicht die ausschließlich e Ergebnis der Gärung ist,
sondern durch Zusatz von Weingeist, Branntwein oder reinem Alkohol
künstlich erhöht wurde, wie dies beim Portwein, Sherry,
Madeira, Marsala sowie bei den französischen vins doux naturels
der Fall ist. Derartige Weine bezeichnet man als gespritet. In
Deutschland und Österreich ist dieses Verfahren nicht zulässig.
GEVREY-CHAMBERTIN - Weinort der Côte de Nuits mit ganz großen Rotweinen,
Spitzenerzeuger: Jean & Jean-Louis Trapet
GIPSEN - Beimengung von Calciumsulfat oder Gips zu den Trauben vor der
Gärung zur Erhöhung des Gesamtsäuregrads und zur
Verbesserung der Farbe und Klarheit des Weins, ein bei der Erzeugung
von Sherry und einigen anderen Weinen durchaus übliches Verfahren,
das im Rahmen gewisser Grenzen in Spanien und den Vereinigten
Staaten gesetzlich zulässig ist. In Deutschland ist dieses
Verfahren verboten.
GLANZHELL - Bezeichnung für einen Wein, der völlig klar ist, wie
es heute bei jedem guten Wein als selbstverständlich vorausgesetzt
wird.
GLYCERIN - Glycerin ist ein dreiwertiger Alkohol, eine Art Unteralkohol.
Er entsteht bei der Gärung und ist bei gesundem Traubengut
etwa mit 6 bis 9,5 Gramm pro Liter vorhanden, bei Weinen aus Botrytistrauben
bei 10 bis 1 g/l. Glycerin hat im Gegensatz zum "normalen",
geschmacklosen Alkohol einen süsslichen Geschack und verleiht
dem Wein einen vollen Gaumen.
GLYKOS -
Griechische Bezeichnung für süß. Oinos glykos
bedeutet daher Süßwein, womit in Griechenland ein
Likörwein
gemeint ist. Der Ausdruck glykos entspricht doce, dolce, doux,
dulce, sweet.
GÖNCER
FASS
- siehe Fassgroessen
GOVERNO - Besonderes Vinifikationsverfahren, durch
den ein traditionell erzeugter Chianti seine ganz besondere Note
und seinen unverwechselbaren Charakter erhält. Dabei werden
etwa 10% der gelesenen Trauben, meist die selteneren Sorten, zunächst
nicht gepreßt, sondern man läßt sie eintrocknen,
bevor sie dann erst im November gepreßt und vergoren werden.
Noch während ihre Gärung im Gange ist, werden sie dem
bereits vergorenen Chianti zugesetzt. Bis zum nächsten Frühjahr
lagern sie dann in Bottichen mit Gärverschlüssen (Colmatori),
durch die die entstehende Kohlensäure austreten kann. Ein
Teil von ihr bleibt jedoch in gebundener Form in dem Wein zurück
und verleiht ihm eine ganz schwache, fast kaum merkliche schäumende
Eigenschaft und eine zauberhafte Frische, die durch ein leichtes
Prickeln auf der Zunge bemerkbar ist. Wenn es heute bei vielen
herausragenden Chianti selbst im jugendlichen Zustand nicht mehr
auf der Zunge prickelt, ist dies ein untrügliches Zeichen,
daß das governo-Verfahren nicht praktiziert wurde, worauf
inzwischen in der Tat viele Spitzengüter verzichten.
GRAND
CRU - Wörtlich Großes Gewächs und eine Einstufung,
die im französischen Weinbau oftmals anzutreffen ist. So
sind inzwischen 50 Lagen des Elsaß offiziell - mit ergänzenden
Bestimmungen über Rebsorten, Ertrag, Mindestmostgewicht u.a.
- als Alsace grand cru eingestuft. In der Champagne sind die 17
qualitativ führenden Orte mit dem Prädikat grand cru
versehen, gegenüber denen als premier cru (Erstes Gewächs)
eingestufte Orte ein geringeres Niveau haben. Ähnlich sind
in Burgund die 32 besten Lagen als grands crus klassifiziert (und
ihr Wein erscheint ohne zusätzliche Ortsangabe nur mit dem
Lagennamen im Handel), während die premiers crus-Lagen ein
etwas geringeres Niveau haben und den Namen der Gemeinde zusätzlich
auf dem Etikett führen müssen. In Bordeaux ist dieses
alles schließlich umgekehrt. Der beste cru ist ein premier
cru bzw. premier cru classé. Auf einer Stufe darunter befinden
sich die als grands crus classés eingestuften Weine.
GRAND
ORDINAIRE - Höhere Stufe des vin ordinaire. Nachdem
im Zuge der EU-Verordnungen diese vins ordinaires verschwunden
sind, lebt der grand ordinaire als Reminiszenz vergangener Tage
fast nur noch im Bourgogne grand ordinaire fort, dem billigsten
legalen Burgunder, doch soll diese Bezeichnung im Zuge der Neuordnung
der regionalen Appellationen in Burgund gestrichen werden, was
jedoch bislang nicht geschehen ist.
GRAND
VIN - Anders als Grande Réserve EU-rechtlich
zulässige Bezeichnung für französische Weine, ohne
daß jedoch für ihre Verwendung eindeutige gesetzliche
Kriterien definiert sind. Ihr Gebrauch läßt daher keinerlei
Rückschlüsse auf die etwaige Qualität zu. Einige
Bordeaux-Güter teilen ihren Wein in grand vin und Zweitwein
ein.
GRAN
RESERVA - Höchste Stufe spanischer Qualitätsweine
(vinos de calidad, V.C.). So bezeichnete Rotweine müssen
mindestens 24 Monate im Eichenfaß (Weiß - und Roséweine
6 Monate) und anschließend 36 Monate auf der Flasche gelagert
sein (Weiß - und Roséweine 42 Monate), bevor sie
unter dieser Bezeichnung in den Handel gebracht werden dürfen.
GRAUFÄULE - Schimmelbefall der Traube, durch den die Beerenhaut und das
Fruchtfleisch zerstört werden. Der Faulpilz tritt besonders
nach Regenfällen im September oder Oktober auf.
GRECHETTO - siehe Rebsorten
GRECO - siehe Rebsorten
GRIS - grau, Bezeichnung für Roséweine in einzelnen Anbaugebieten
GROSS - bezeichnet den Wein der perfekten Harmonie von feinem Bukett,
ausgezeichneter Balance von Körper und Struktur, mit viel
Anmut und nachhaltigem Abgang.
GROSSLAGE - Nach dem deutschen Weingesetz von 1971 stellt eine Großlage
die Zusammenfassung mehrerer Einzellagen
dar, deren Namen auf dem Etikett angegeben werden darf, was letztlich
nur Verwirrung stiftet, da für den Laien angesichts jeder
fehlenden Klarstellung nicht erkennbar ist, was Groß - und
was Einzellage ist. Ein Saint-Julien oder ein Côte de Beaune-Villages
ist erkennbarerweise ein Wein, der nicht von einer bestimmten
Lage stammt und mithin inder Regel von geringerer Qualität
sein wird als der Wein eines bestimmten cru.
GRÜN - Wein mit unreifer Säure.
GRUNDWEIN - Stillwein, der für
die Sektherstellung geeignet ist. Er charakterisiert sich durch
geringen Alkoholgehalt sowie eine geringe Schwefelkonzentration
in Verbindung mit einer möglichst stahligen, rassigen Säure.
GUTSSCHÄNKEN - Anders als Straußwirtschaften benötigen sie eine
Konzession. Meistens sind sie ganzjährig geöffnet, oft
aber erst am späten Nachmittag, am Abend oder am Wochenende.
Auch in den Gutsschänken dürfen nur selbsterzeugte Weine
ausgeschänkt werden. Hierzu dürfen aber nicht nur einfache
Speisen, sondern auch warme Mahlzeiten gereicht werden.
GUYOT-SYSTEM - Wie alle Obstsorten, die im Ertragsanbau stehen, muss auch die
Weinrebe in Form gehalten (erzogen) und geschnitten werden. In
einigen Gegenden Italiens hat sich - besonders in den Weinbergen
der ambitionierten Betriebe - in den letzten Jahren das Guyot-System
zur Erziehung der Weinstöcke etabliert. Dabei wird die Rebe
im Winter bis auf einen einzigen Trieb mit ca. 8-12 Knospen (Augen)
zurückgeschnitten, der dann horizontal in den Drahtrahmen
angebunden wird. Aus den Augen kommen in der nächsten Wachstumsperiode
die neuen, fruchttragenden Sommertriebe.
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