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L
- Labrusca bis Luxemburg
LABRUSCA - Eine der verbreitetsten Rebarten Nordamerikas, die Vitis Labrusca,
von der die Concord ein typischer Vertreter ist, mit ausgesprochenem
Foxgeschmack. Man trifft sie
noch im Osten und Mittleren Westen der Vereinigten Staaten an.
LACRIMA - siehe Rebsorten
LACRIMA
CHRISTI - siehe Rebsorten
LAFITE-ROTHSCHILD,
CHÂTEAU - Nach Auffassung der meisten unparteiischen
Experten und wohl ebenso im Empfinden des breiten Publikums das
Non plus ultra aller roten Bordeaux-Weine und das größte
Rotweingut der Welt. Lafite oder Lafite-Rothschild (beide Namen
sind korrekt) gilt spätestens seit dem 18. Jahrhundert als
premier cru, als es sich im Besitz der Grafen de Ségur
befand, eine Einstufung die von der Klassifizierung
von 1855 ebenso wie von der von 1973 geradezu selbstverständlich
bestätigt wurde. In einem der spektakulärsten Transaktionen
der Weingeschichte ging das über 300 Jahre alte Weingut 1868
für 4,4 Mill. Francs in den Besitz von Baron James de Rothschild
über. Rund 95 ha stehen heute unter Reben, davon 70% Cabernet
Sauvignon, 21% Merlot und 9% Cabernet Franc. Der aus ihnen erzeugte
Wein hat in den 1960er und 1970er Jahren nicht immer die in ihn
gesteckten Erwartungen erfüllt und desöfteren zu Enttäuschungen
Anlaß gegeben. Doch seit dem 1982er weist der Weg wieder
steil nach oben, und Lafite nimmt heute wieder voll seinen angestammten
Platz ein. Ein sprichwörtlich ästhetischer Wein von
nicht zu übertreffender Finesse und Eleganz, großartig
strukturiert und nuancenreich und von einzigartiger Geschmackstiefe,
die Vollendung des großen roten Bordeaux.
LAGE - In Deutschland engere geographische Herkunftsbezeichnung für
einen Wein. Dabei kann es sich sowohl um einen Einzellage
als auch um eine Großlage
handeln. Welche tatsächlich gemeint ist, vermag der normale
Weintrinker nicht zu erkennen, so daß das Etikett weder
"Wahrheit" noch "Klarheit" bietet.
LAGENAME - Eine Lage ist die weinrechtlich abgegrenzte, mit einem bestimmten
amtlichen Namen versehene und in die bei der Landwirtschaftskammer
geführte Weinbergsrolle eingetragene Rebfläche (Gewann).
Ihr Name muß nicht auf dem Etikett angegeben werden, ist
aber überwiegend dort zu finden (anders bei Marken- oder
Rebsortenweinen). Wird der Lagename benutzt, dann muß auch
der Gemeindename hinzugefügt werden. Der Lagename ist die
engste geographische Herkunftsangabe.
LAGERN;
LAGERUNG - Weine, die nach dem Kauf nicht so bald getrunken
werden, sollten unter möglichst guten Bedingungen eingelagert
werden. Hochwertiger Wein soll erst getrunken werden, wenn er
nach dem Transport einige Tage kühl gelagert hat. Unmittelbar
nach Erschütterungen verkostet sich ein Wein gestört,
verschlossen. Ideal ist dafür ein Keller, der folgende Eigenschaften
aufweist:
Temperatur von ca. 13 °C. Die Temperatur sollte möglichst
konstant bleiben, kleinere saisonale Schwankungen schaden jedoch
nicht. 13 °C sind für das Lagern von Wein ideal, akzeptabel
sind aber alle (gleichbleibenden!) Temperaturen zwischen 8 und
18 °C. (Je wärmer der Wein liegt, desto schneller altert
er.) - Wein, der nicht länger als zwei bis drei Jahre aufgehoben
wird, übersteht meistens auch eine Lagerung in einer dunklen
Ecke in der Wohnung bei Zimmertemperatur. Luftfeuchtigkeit
von ca. 60% Ist es trockener, besteht die Gefahr, dass der Kork
austrocknet und Luft in die Flasche dringt, so dass der Wein oxidiert.
Ist es etwas feuchter, schadet das dem Wein in der Regel nicht,
jedoch lösen sich die Etiketten mit der Zeit ab oder verschimmeln.
(Dagegen kann man Abhilfe schaffen, indem man die Flaschen mit
Butterbrotpapier umwickelt und dieses, sobald es anfängt,
sich aufzulösen, erneuert.)
Der Keller sollte belüftet sein, und es sollten sich keine
Farben, Lacke oder ähnliches in Räumen, in denen Wein
gelagert wird, befinden, da der Wein durch den Kork Gerüche
aus der Umgebung annehmen kann. Auch Räume, die starken Modergeruch
aufweisen, sollte man für die Weinlagerung meiden.
Wird Wein länger als ein paar Wochen aufbewahrt, soll er
unbedingt waagrecht liegen, da sonst die Korken austrocknen können.
Er ist möglichst im Dunkeln aufzubewahren (besonders empfindlich
ist er gegenüber Sonnen- und Neonlicht) und Freiheit vor
ständiger Erschütterung oder Vibration - etwa neben
laufenden elektrischen Geräten (Waschmaschinen etc.) - ist
empfehlenswert, da sich nur dann das Depot absetzt und der Wein
in Ruhe reifen kann.
Häufig bildet sich bei längerer Lagerung in feuchten
Kellern Schimmel auf dem Korken (unter der Metallkapsel). Bei
intaktem Korken schadet dieser dem Wein nicht, man muss ihn lediglich
vor dem Öffnen der Flasche mit einem feuchten Tuch beseitigen.
LAGREIN siehe Rebsorten
LALANDE-DE-POMEROL - Randbereich von Pomerol, zusammen mit dem früher eigenständigen
Néac; rund 820 ha Rebfläche. Die Weine, ausnahmslos
rot, können kleineren Pomerols vergleichbar sein. Als namhafte
Châteaux gelten Tournefeuille, Siaurac, Bel-Air, de la Commanderie,
Perron u.a.
LANDES - Französisches Département im Südwesten von
Bordeaux, eine flache, sandige, spärlich besiedelte Landschaft
mit ausgedehnten Kiefernwäldern und gut 3100 ha Rebfläche.
Unter dem Gesichtspunkt des Weins bekannt als Herkunftsgebiet
des Tursan sowie des Vin de Pays des Landes. Außerdem wird
etwas Côtes de Saint-Mont und Armagnac sowie etlicher Tafelwein
erzeugt.
LANDESWEINPRÄMIERUNG - Die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz prämiert jährlich
die aus dem Anbaugebiet Rheinhessen ausgestellten Weine und Sekte.
Die Landwirtschaftskammer ist als einzige Institution in Rheinland-Pfalz
vom Weinbauministerium für die Verleihung von Auszeichnungen
für Qualitätsweine, Qualitätsweine mit Prädikat
und Sekte aus den bestimmten Anbaugebieten des Landes anerkannt.
Als Auszeichnungen werden verliehen: bronzene Kammerpreismünze
(3,5 Punkte), silberne Kammerpreismünze (4,0 Punkte), goldene
Kammerpreismünze (4,5 Punkte), wobei die Punktzahlen im Durchschnitt
von allen Prüfern mindestens erteilt sein müssen. Die
besten Betriebe mit der höchsten Durchschnittspunktzahl erhalten
Ehrenpreise.
LANDWEIN - Bezeichnung für gehobeneren Tafelwein. Moste dürfen
mit Zucker oder Süssreserve aufgebessert werden. Landwein
wird trocken, oder halbtrocken ausgebaut. Nach dem Europäischen
Weingesetz muß Landwein einen höheren Mindestalkoholgehalt
aufweisen als Tafelwein, unterliegt aber nicht den strengen Anforderungen
wie für Qualitätsweine.
LANDWIRTSCHAFTSKAMMER - Die für Rheinhessen zuständige Außenstelle (Fachdienststelle)
der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz (Weinbauamt) hat ihren
Sitz in Alzey. Ihre Aufgabengebiete sind: Anbauregelung, Qualitätsweinprüfung
i.S. der sensorischen Prüfung von Qualitätsweinen und
-sekten zur Erteilung der Amtlichen Prüfungsnummer, Behördliches
Abschreibeverfahren zur Überwachung der Hektarhöchstertragsregelung,
Prämiierung von Wein und Sekt, Rebpflanzgutanerkennung, Berufsbildung,
Raumordnung, fachliche Vertretung des Berufsstandes, Mitveranstalter
bei repräsentativen Veranstaltungen (Weinforum Rheinhessen),
Weinseminare.
LANG - Im Zusammenhang mit Abgang verwendet. Ein langer Abgang ist
ein Zeichen von hoher Qualität.
LANGENLONSHEIM - Mit über 300 ha Rebfläche einer der großen Weinbauorte
der Nahe, etwa auf halbem Weg zwischen Bad Kreuznach und Bingen
im Nahetal gelegen. Königsschild, Rothenberg, Löhrer
Berg u.a. gelten als die besten Lagen. Riesling, Müller-Thurgau
und Silvaner sind die vorherrschenden Rebsorten.
LATIUM - Die Region Lazio in Mittelitalien um die Haupstadt Rom ist ungeheuer
geschichtsträchtig. Über viele Jahrhunderte lobten Roms
Poeten wie zum Beispiel Cato die Weine, von denen damals und auch
der heute wieder der revitalisierte Frascati aus der Zone Castelli
Romani den obersten Rang einnimmt. Am päpstlichen Hof spielte
besonders im Mittelalter der Wein eine wichtige Rolle. Papst Paul
III. (1468 1549), welcher Michelangelo den Auftrag zur
Ausmalung der Sixtinischen Kapelle gab, ächtete den französischen
Wein und ließ seinen Weinkämmerer Lancerio eine Übersicht
über die damaligen italienischen Weine erstellen. Der hier
vorherrschende Vulkanboden bietet besondere und ideale Bedingungen
für den Weinbau auf rund 66.000 ha Rebfläche. Zu 90%
werden Weißweine, vorwiegend aus verschiedenen Spielarten
der Rebsorten Malvasia und Trebbiano gekeltert. Insgesamt sind
in der Region rund 200 Rebsorten zugelassen! Der berühmte
Weißwein Est! Est!! Est!!! stammt von den Vulkanhängen
am Bolsena-See. Lauben Ab Mitte Juli bis September letzter Teil
der sommerlichen Laubarbeiten am Rebstock. Dadurch werden die
Trauben besser belichtet, die Verdunstung des Wassers wird gefördert,
die Nährstoffe werden nur noch der Traube zugeführt,
das Mostgewicht erhöht. Zugleich wird eine bessere Durchlüftung
des Rebstocks erreicht (Minderung von Stielerkrankungen und Fäulnis).
LEBENDIG - Ausdruck für frische, nicht allzu schwere Weine, deren
Säure oft noch nach vielen Jahren einem solchen Wein einen
unverwechselbaren Charakter verleiht.
LEICHT - Ein Begriff mit zweierlei Bedeutung, der einen Wein mit einem
schwachen Körper bezeichnen kann, der durch das unterdurchschnittliche
Niveau eines Jahrgangs, durch überzogen hohe Hektarerträge
oder durch Versäumnisse oder Fehler bei Vinifikation oder
Ausbau verursacht ist. Er kann aber auch einen Wein mit vergleichsweise
niedrigem Alkoholgehalt meinen. Leichter Wein kann Ausdruck für
ein Kompliment sein, denn der Wein verfügt gemeinhin über
Finesse, Frucht und Charme.
LEMBERGER
(LIMBERGER) - Eine in Deutschland mit
inzwischen 850 ha fast nur in Württemberg (98%) angebaute,
spät reifende Rotweinsorte, die fruchtige, kraftvolle und
je nach Vinifikation farb- und tanninreiche Weine liefert, die
oft zu den besten der meist guten, in besseren Jahren mitunter
ausgezeichneten württembergischen Rotweine zählen. Die
Rebe stammt vermutlich aus den Donauländern und ist in Österreich
mit rund 2690 ha unter dem Namen Blaufränkisch die dritthäufigste
rote Rebsorte. 94% ihrer Rebstöcke befinden sich in der Weinbauregion
Burgenland.
LÉOGNAN - Eine der besten Weinbaugemeinden der Graves, rund 20 km südlich
von Bordeaux gelegen und Teil der Appellation Pessac-Léognan.
Von seinen 325 ha Rebfläche, die überwiegend zu den
besten Weinbergsböden der Graves gehören, kommen ganz
hervorragende, mitunter große Rot- und Weißweine.
Als beste Güter gelten: Domaine de Chevalier sowie die Châteaux
Haut-Bailly, Fieuzal, Malartic-Lagravière, La Louvière,
Haut-Gardère, Larrivet-Haut-Brion, Carbonnieux, Olivier,
de France u.a.
LESE - Traubenernte. In Mitteleuropa findet die Weinlese Ende September
bis Ende Oktober statt, in einigen Regionen Italiens schon viel
früher. Lesetechnik: Im Qualitätsweinbau gelten verschiedene
Lesezeitpunkte und -formen: Vorlese (Auslese frühreifer oder
verfaulter Trauben), Hauptlese (Einbringen vollreifer Trauben),
gestaffelte Lese (in mehreren Durchgängen), selektive Lese
(Auslese edelfauler Trauben), negative Auslese (Auslese fauler
Trauben vor der Lese), positive Auslese (Auslese gesunder oder
edelfauler Trauben).
LESETECHNIK - Im Qualitätsweinbau gelten verschiedene Lesezeitpunkte
und -formen. Vorlese (Auslese frühreifer oder verfaulter
Trauben), Hauptlese (Einbringen vollreifer Trauben), gestaffelte
Lese (in mehreren Durchgängen), selektive Lese (Auslese edelfauler
Trauben oder Traubenteile), negative Auslese (Auslese fauler Trauben
vor der Lese), positive Auslese (Auslese gesunder oder edelfauler
Trauben).
LIEBFRAUENMILCH - Ursprünglich in Anlehnung an die Liebfrauenkirche zu Worms
aufgekommener Weinname (Milch = minch = Mönch). Die Liebfrauenkirche
war schon früh von einem kleinen Weinbergsareal umgeben.
Als die ursprünglichen Weingärten nicht mehr ausreichten,
um die Nachfrage nach dem populären Wein zu befriedigen,
entwickelte sich daraus eine Bezeichnung zunächst für
Weine aus der Umgebung von Worms. Der Begriff wurde dann zur Phantasiebezeichnung
mit regionaler (Gebiets-) Bindung. Deutscher Qualitätswein
b.A., der aus den Anbaugebieten Pfalz, Rheinhessen, Nahe und Rheingau
stammen darf und einen gesetzlich festgelegten Restzucker- und
Säuregehalt aufweist. L. wird überwiegend aus den Sorten
Riesling, Müller-Thurgau, Silvaner und Kerner hergestellt
und wird fast ausschließlich exportiert.
LIEBLICH - Geschmackskategorie bei Weinen, deren Restzuckergehalt über
18 g/l liegen muß, die Kategorie halbtrocken in Österreich,
Deutschland übersteigt und höchstens 45 g/l in den übrigen
EU-Ländern betragen darf. Der Begriff entspricht amabile,
imiglykos, medium (sweet), meio doce, moelleux, semidulce.
LIKÖRWEIN - Dessertweine mit mindestens 15 Volumenprozent Alkohol (Port,
Sherry, Marsala, Banyuls, Madeira).
LIMOUSINEICHE - großporiges Eichenholz aus den Wäldern um die Stadt
Limoges im französischen Zentralmassiv für Barriques
(vor allem für Cognac).
LIMOUX - Stadt in Südfrankreich im Département Aude unweit
Carcassonne, aus der einige stille Weißweine kommen, die
trocken und meist recht ansprechend sind. Sie kommen als Limoux
in den Handel und stammen aus Mauzac (mindestens 15%), Chardonnay
und Chenin blanc. Von ihnen gibt es auch - mit einem Anteil des
Mauzac von mindestens 70% - eine Schaumweinversion: der Crémant
de Limoux. Ungleich bekannter ist jedoch der Blanquette de Limoux,
der älteste Schaumwein Frankreichs, der heute nach der Méthode
champenoise erzeugt wird.
LIQUEUR - Im allgemeinen Sprachgebrauch ein stark
alkoholhaltiges süßes Getränk. In der speziellen
Weinterminologie wird der Ausdruck in ganz anderer Weise verwandt.
Bei der Herstellung von Schaumwein, einschließlich Champagner
spielt liqueur in zweierlei Form eine Rolle: einmal als liqueur
de tirage (Tiragelikör), eine Mischung aus Wein und Zucker
(meist plus Hefe), die dem Wein nach der ersten Gärung zur
Einleitung der zweiten Gärung in der Flasche oder dem Tank
beigegeben wird, zum anderen als liqueur d'expédition (Versanddosage
oder einfach Dosage), womit eine ähnliche Zuckerlösung
(diesmal natürlich ohne Hefe) gemeint ist, die dem Schaumwein
beim Degorgieren oder vor der Flaschenabfüllung beigegeben
wird und seinen Süßungsgrad bestimmt (Brut, Sec, Demi-Sec).
Das Wort liqueur (oder seine Ableitung) wird aber auch noch in
anderem Zusammenhang gebraucht: Bei von Natur süßen
Likörweinen wie Beeren- und Trockenbeerenauslesen bezeichnet
man in Frankreich damit den im Wein enthaltenen unvergorenen Traubenzucker.
So kann man die Angabe finden, ein bestimmter Wein enthalte z.B.
14% vol. Alkohol und 4% vol. liqueur, also potentiellen, nicht
vergorenen Alkohol. In Frankreich werden daher derartige Weine
(Sauternes, Anjou) als vins liquoreux
bezeichnet. Davon unterschieden sich die eigentlichen vins de
liqueur (Likörweine), bei denen es sich fast immer um gespritete
Weine handelt (Banyuls u.a.). Diese Weine werden in Frankreich
als vins doux naturels bezeichnet.
LOIR,
LE - Kleiner Fluß in Frankreich nördlich
der (La) Loire, Nebenfluß der Sarthe, mit einst ausgedehnterem
Weinbau. Sein bester Wein ist der selten gewordene Jasnières.
Weitere heute ebenfalls nur noch in geringem Umfang erzeugte Weine
sind die Coteaux du Loir und Coteaux du Vendômois.
LOIRE,
LA - Der längste und zugleich einer
der malerischsten Ströme Frankreichs, der auf seinem rund
1000 km langen Weg von der Quelle im Massif Central südwestlich
von Lyon bis zu seiner Mündung in den Atlantik bei Nantes
durch eine Reihe französischer Provinzen und vorbei an zahllosen
großartigen Schlössern fließt. Auf seinem gesamten
Lauf ist der Strom, wenn auch mit Unterbrechungen und unterschiedlicher
Konzentration, von Reben begleitet. Dieses Weinbaugebiet, die
Vallée de la Loire ist mit seinen rund 55000 ha das vielgestaltigste
Frankreichs und umfaßt die unterschiedlichsten Sorten von
Rot-, Rosé-, Weiß - und Schaumweinen, einschließlich
vins liquoreux, und die Qualitätsskala
reicht von dürftig bis bemerkenswert: Anjou, Bourgueil, Chinon,
Muscadet, Pouilly-Fumé, Quincy, Sancerre, Saumur, Savennières,
Touraine, Vouvray u.a.
LOMBARDEI - Die Lombardei teilt sich den Lago Maggiore mit der Schweiz und
den Gardasee mit der Region Venetien. Ausläufer der Alpen,
die sich vom Lago Maggiore zum Lago di Como, ebenso bis Lago d´
Iseo und Gardasee erstrecken, stellen einige der besten Lagen
in der Lombardei dar. Südlich vom Po liegt jedoch ein ausgesprochenes
Weinbaugebiet, in dem unter anderen stille (Pinot Nero), weiche
mit Brombeeraroma (Bonarda), als auch schlank und fein strukturierte
(Barbera) Rotweine bereitet werden. Aus den Weinbergen der Po-Ebene
stammt der Lambrusco, ein trockener oder süsser roter Frizzante.
LORELEY - Bei St. Goarshausen 132 m nahezu senkrecht aufsteigender Schieferfelsen,
der Inbegriff der Rheinromantik, wie er durch Heine unsterblich
gemacht wurde. Seit 1990 Name des Bereichs, der alle in Rheinland-Pfalz
gelegenen Rebflächen des Anbaugebietes Mittelrhein umfaßt
also das gesamte Anbaugebiet mit Ausnahme jener 20 ha, die zu
Nordrhein-Westfalen gehören und den Bereich Siebengebirge
bilden. Der Bereich Loreley umfaßt 646 ha, darunter so bedeutende
Weinbauorte wie Bacharach, Kaub, Oberwesel, Boppard u.a. Mit 76%
Rebflächenanteil dominiert der Riesling, der hier besonders
rassig und aromatisch
ist. Vor 1990 teilte sich der Bereich in die zwei Bereiche Bacharach
und Rheinburgengau.
LOTHRINGEN - Einstige französische Provinz mit noch geringen Resten
eines einst ausgedehnteren Weinbaus. Die Rot- und Weißweine
des Département Moselle aus der näheren und weiteren
Umgebung von Metz kommen als Vins de Moselle mit dem V.D.Q.S.-Siegel
in den Handel, während die Rot-, Weiß - und Roséweine,
letztere bekannt als z. T. sehr gefällige und frische Vins
gris, des Département Meurthe-et-Moselle zumal in der Umgebung
von Toul erzeugt werden und als Côtes de Toul, ebenfalls
mit dem V.D.Q.S.-Siegel, angeboten werden.
LUBÉRON - Hügelkette am Nordufer der Durance östlich von Avignon,
von der sowohl einige beachtliche rote, rosé und insbesondere
weiße A.O.C.-Weine als Côtes du Lubéron kommen.
Desweiteren werden Landweine unter der Bezeichnung Vin de pays
du Vaucluse erzeugt.
LUFTKAMMER -
Freier, möglichst kleiner Raum zwischen Korken und Wein.
LUFTTON - Wein, der im Verlauf seines Ausbaus oder seiner Lagerung zuviel
mit Luft in Berührung kam, etwa in angebrochenen Fässern
oder auch Flaschen, verliert an Frische und Bukett und nimmt einen
eigenartigen, breiten Geschmack und Geruch an. Der Fremdton entsteht
durch eine allmähliche Oxidation von Bukettstoffen und Alkohol
zu Acetaldehyd. Er kann durch eine stets spundvolle Lagerung im
Fass, ausreichende Schwefelung und rechtzeitige Flaschenfüllung
vermieden werden. Ein stärkerer Luftgeschmack kann durch
Einleiten von Kohlensäure oder Verschnitt mit jungem, spritzigem
Wein gemildert werden. Der freie Raum unter dem Verschluss von
Weinflaschen soll bei Stillwein möglichst klein sein. Bei
Schaumweinflaschen beträgt er etwa 15 Kubikzentimeter, damit
die Kohlensäure sich bei Erwärmung ausdehnen kann, ohne
die Flaschen zu sprengen.
LUXEMBURG - Nach Verlassen Frankreichs bildet die Mosel auf 42 km Länge
die Grenze zwischen der Bundesrepublik und Luxemburg. Während
auf dem rechten Ufer die Bereiche Moseltor und Obermosel des Anbaugebietes
Mosel-Saar-Ruwer liegen, befindet sich auf dem linken Ufer das
luxemburgische Weinbaugebiet mit insgesamt rund 1000 ha Rebfläche
(einschließlich der Rebflächen an der Sauer), von der
etwa 160.000 hl im Jahresdurchschnitt gewonnen werden. Wird auf
der deutschen Seite fast nur Elbling angebaut - in Luxemburg bei
rückläufiger Tendenz mit knapp 19% zweitstärkste
Sorte -, so entfallen in Luxemburg auf den hier Rivaner genannten
Müller-Thurgau
45% der Anbaufläche. Mit annähernd 12% steht der Auxerrois
an dritter Stelle, dicht gefolgt vom Riesling
(11,5%). Schließlich kommen Pinot
blanc und Pinot gris
auf jeweils zwischen 5,5 und 6%. Sie alle liefern frische, eher
leichte, trockene Weißweine, die mitunter mehr "französisch"
angehaucht erscheinen, als an trockene deutsche Moselweine zu
erinnern. Luxemburgische Qualitätsweine tragen die Marque
nationale (M.N.) als Ausweis für die - analog Frankreich
- Appellation d'origine contrôlée, während höherwertige
Weine Zusätze wie vin classé, premier cru oder grand
premier cru tragen. Die wichtigsten der 33 luxemburgischen Weinbaugemeinden
sind Remich, Grevenmacher, Wormeldange, Schwebsange, Bech-Kleinmacher,
Wintrange u.a., in denen zusammen rund 600 Haupt- und Nebenerwerbswinzer
tätig sind, wobei jedoch über zwei Drittel der Erzeugung
durch Genossenschaften vermarktet werden.
LUXUSWEIN -
Schweizer Bezeichnung für süsse Weine mit einem natürlichen
Alkoholgehalt von mind. 13% vol.
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