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Von A wie Agraffe bis Z wie Zinfandel -
unser kleines Weinlexikon

Ist die Luftkammer ein Lagerort für Ihren Wein? Wie wird die Zuckerung geregelt?
Es gibt unendlich viele Fragen zum Thema Wein. Wir werden mit unserem Lexikon versuchen, einige Antworten zu geben.


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L - Labrusca bis Luxemburg

 

LABRUSCA - Eine der verbreitetsten Rebarten Nordamerikas, die Vitis Labrusca, von der die Concord ein typischer Vertreter ist, mit ausgesprochenem Foxgeschmack. Man trifft sie noch im Osten und Mittleren Westen der Vereinigten Staaten an.

LACRIMA - siehe Rebsorten

LACRIMA CHRISTI - siehe Rebsorten

LAFITE-ROTHSCHILD, CHÂTEAU - Nach Auffassung der meisten unparteiischen Experten und wohl ebenso im Empfinden des breiten Publikums das Non plus ultra aller roten Bordeaux-Weine und das größte Rotweingut der Welt. Lafite oder Lafite-Rothschild (beide Namen sind korrekt) gilt spätestens seit dem 18. Jahrhundert als premier cru, als es sich im Besitz der Grafen de Ségur befand, eine Einstufung die von der Klassifizierung von 1855 ebenso wie von der von 1973 geradezu selbstverständlich bestätigt wurde. In einem der spektakulärsten Transaktionen der Weingeschichte ging das über 300 Jahre alte Weingut 1868 für 4,4 Mill. Francs in den Besitz von Baron James de Rothschild über. Rund 95 ha stehen heute unter Reben, davon 70% Cabernet Sauvignon, 21% Merlot und 9% Cabernet Franc. Der aus ihnen erzeugte Wein hat in den 1960er und 1970er Jahren nicht immer die in ihn gesteckten Erwartungen erfüllt und desöfteren zu Enttäuschungen Anlaß gegeben. Doch seit dem 1982er weist der Weg wieder steil nach oben, und Lafite nimmt heute wieder voll seinen angestammten Platz ein. Ein sprichwörtlich ästhetischer Wein von nicht zu übertreffender Finesse und Eleganz, großartig strukturiert und nuancenreich und von einzigartiger Geschmackstiefe, die Vollendung des großen roten Bordeaux.

LAGE - In Deutschland engere geographische Herkunftsbezeichnung für einen Wein. Dabei kann es sich sowohl um einen Einzellage als auch um eine Großlage handeln. Welche tatsächlich gemeint ist, vermag der normale Weintrinker nicht zu erkennen, so daß das Etikett weder "Wahrheit" noch "Klarheit" bietet.

LAGENAME - Eine Lage ist die weinrechtlich abgegrenzte, mit einem bestimmten amtlichen Namen versehene und in die bei der Landwirtschaftskammer geführte Weinbergsrolle eingetragene Rebfläche (Gewann). Ihr Name muß nicht auf dem Etikett angegeben werden, ist aber überwiegend dort zu finden (anders bei Marken- oder Rebsortenweinen). Wird der Lagename benutzt, dann muß auch der Gemeindename hinzugefügt werden. Der Lagename ist die engste geographische Herkunftsangabe.

LAGERN; LAGERUNG - Weine, die nach dem Kauf nicht so bald getrunken werden, sollten unter möglichst guten Bedingungen eingelagert werden. Hochwertiger Wein soll erst getrunken werden, wenn er nach dem Transport einige Tage kühl gelagert hat. Unmittelbar nach Erschütterungen verkostet sich ein Wein gestört, verschlossen. Ideal ist dafür ein Keller, der folgende Eigenschaften aufweist:
Temperatur von ca. 13 °C. Die Temperatur sollte möglichst konstant bleiben, kleinere saisonale Schwankungen schaden jedoch nicht. 13 °C sind für das Lagern von Wein ideal, akzeptabel sind aber alle (gleichbleibenden!) Temperaturen zwischen 8 und 18 °C. (Je wärmer der Wein liegt, desto schneller altert er.) - Wein, der nicht länger als zwei bis drei Jahre aufgehoben wird, übersteht meistens auch eine Lagerung in einer dunklen Ecke in der Wohnung bei Zimmertemperatur. Luftfeuchtigkeit von ca. 60% Ist es trockener, besteht die Gefahr, dass der Kork austrocknet und Luft in die Flasche dringt, so dass der Wein oxidiert. Ist es etwas feuchter, schadet das dem Wein in der Regel nicht, jedoch lösen sich die Etiketten mit der Zeit ab oder verschimmeln. (Dagegen kann man Abhilfe schaffen, indem man die Flaschen mit Butterbrotpapier umwickelt und dieses, sobald es anfängt, sich aufzulösen, erneuert.)
Der Keller sollte belüftet sein, und es sollten sich keine Farben, Lacke oder ähnliches in Räumen, in denen Wein gelagert wird, befinden, da der Wein durch den Kork Gerüche aus der Umgebung annehmen kann. Auch Räume, die starken Modergeruch aufweisen, sollte man für die Weinlagerung meiden.
Wird Wein länger als ein paar Wochen aufbewahrt, soll er unbedingt waagrecht liegen, da sonst die Korken austrocknen können. Er ist möglichst im Dunkeln aufzubewahren (besonders empfindlich ist er gegenüber Sonnen- und Neonlicht) und Freiheit vor ständiger Erschütterung oder Vibration - etwa neben laufenden elektrischen Geräten (Waschmaschinen etc.) - ist empfehlenswert, da sich nur dann das Depot absetzt und der Wein in Ruhe reifen kann.
Häufig bildet sich bei längerer Lagerung in feuchten Kellern Schimmel auf dem Korken (unter der Metallkapsel). Bei intaktem Korken schadet dieser dem Wein nicht, man muss ihn lediglich vor dem Öffnen der Flasche mit einem feuchten Tuch beseitigen.

LAGREIN siehe Rebsorten

LALANDE-DE-POMEROL - Randbereich von Pomerol, zusammen mit dem früher eigenständigen Néac; rund 820 ha Rebfläche. Die Weine, ausnahmslos rot, können kleineren Pomerols vergleichbar sein. Als namhafte Châteaux gelten Tournefeuille, Siaurac, Bel-Air, de la Commanderie, Perron u.a.

LANDES - Französisches Département im Südwesten von Bordeaux, eine flache, sandige, spärlich besiedelte Landschaft mit ausgedehnten Kiefernwäldern und gut 3100 ha Rebfläche. Unter dem Gesichtspunkt des Weins bekannt als Herkunftsgebiet des Tursan sowie des Vin de Pays des Landes. Außerdem wird etwas Côtes de Saint-Mont und Armagnac sowie etlicher Tafelwein erzeugt.

LANDESWEINPRÄMIERUNG - Die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz prämiert jährlich die aus dem Anbaugebiet Rheinhessen ausgestellten Weine und Sekte. Die Landwirtschaftskammer ist als einzige Institution in Rheinland-Pfalz vom Weinbauministerium für die Verleihung von Auszeichnungen für Qualitätsweine, Qualitätsweine mit Prädikat und Sekte aus den bestimmten Anbaugebieten des Landes anerkannt.
Als Auszeichnungen werden verliehen: bronzene Kammerpreismünze (3,5 Punkte), silberne Kammerpreismünze (4,0 Punkte), goldene Kammerpreismünze (4,5 Punkte), wobei die Punktzahlen im Durchschnitt von allen Prüfern mindestens erteilt sein müssen. Die besten Betriebe mit der höchsten Durchschnittspunktzahl erhalten Ehrenpreise.

LANDWEIN - Bezeichnung für gehobeneren Tafelwein. Moste dürfen mit Zucker oder Süssreserve aufgebessert werden. Landwein wird trocken, oder halbtrocken ausgebaut. Nach dem Europäischen Weingesetz muß Landwein einen höheren Mindestalkoholgehalt aufweisen als Tafelwein, unterliegt aber nicht den strengen Anforderungen wie für Qualitätsweine.

LANDWIRTSCHAFTSKAMMER - Die für Rheinhessen zuständige Außenstelle (Fachdienststelle) der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz (Weinbauamt) hat ihren Sitz in Alzey. Ihre Aufgabengebiete sind: Anbauregelung, Qualitätsweinprüfung i.S. der sensorischen Prüfung von Qualitätsweinen und -sekten zur Erteilung der Amtlichen Prüfungsnummer, Behördliches Abschreibeverfahren zur Überwachung der Hektarhöchstertragsregelung, Prämiierung von Wein und Sekt, Rebpflanzgutanerkennung, Berufsbildung, Raumordnung, fachliche Vertretung des Berufsstandes, Mitveranstalter bei repräsentativen Veranstaltungen (Weinforum Rheinhessen), Weinseminare.

LANG - Im Zusammenhang mit Abgang verwendet. Ein langer Abgang ist ein Zeichen von hoher Qualität.

LANGENLONSHEIM - Mit über 300 ha Rebfläche einer der großen Weinbauorte der Nahe, etwa auf halbem Weg zwischen Bad Kreuznach und Bingen im Nahetal gelegen. Königsschild, Rothenberg, Löhrer Berg u.a. gelten als die besten Lagen. Riesling, Müller-Thurgau und Silvaner sind die vorherrschenden Rebsorten.

LATIUM - Die Region Lazio in Mittelitalien um die Haupstadt Rom ist ungeheuer geschichtsträchtig. Über viele Jahrhunderte lobten Roms Poeten wie zum Beispiel Cato die Weine, von denen damals und auch der heute wieder der revitalisierte Frascati aus der Zone Castelli Romani den obersten Rang einnimmt. Am päpstlichen Hof spielte besonders im Mittelalter der Wein eine wichtige Rolle. Papst Paul III. (1468 – 1549), welcher Michelangelo den Auftrag zur Ausmalung der Sixtinischen Kapelle gab, ächtete den französischen Wein und ließ seinen Weinkämmerer Lancerio eine Übersicht über die damaligen italienischen Weine erstellen. Der hier vorherrschende Vulkanboden bietet besondere und ideale Bedingungen für den Weinbau auf rund 66.000 ha Rebfläche. Zu 90% werden Weißweine, vorwiegend aus verschiedenen Spielarten der Rebsorten Malvasia und Trebbiano gekeltert. Insgesamt sind in der Region rund 200 Rebsorten zugelassen! Der berühmte Weißwein Est! Est!! Est!!! stammt von den Vulkanhängen am Bolsena-See. Lauben Ab Mitte Juli bis September letzter Teil der sommerlichen Laubarbeiten am Rebstock. Dadurch werden die Trauben besser belichtet, die Verdunstung des Wassers wird gefördert, die Nährstoffe werden nur noch der Traube zugeführt, das Mostgewicht erhöht. Zugleich wird eine bessere Durchlüftung des Rebstocks erreicht (Minderung von Stielerkrankungen und Fäulnis).

LEBENDIG - Ausdruck für frische, nicht allzu schwere Weine, deren Säure oft noch nach vielen Jahren einem solchen Wein einen unverwechselbaren Charakter verleiht.

LEICHT - Ein Begriff mit zweierlei Bedeutung, der einen Wein mit einem schwachen Körper bezeichnen kann, der durch das unterdurchschnittliche Niveau eines Jahrgangs, durch überzogen hohe Hektarerträge oder durch Versäumnisse oder Fehler bei Vinifikation oder Ausbau verursacht ist. Er kann aber auch einen Wein mit vergleichsweise niedrigem Alkoholgehalt meinen. Leichter Wein kann Ausdruck für ein Kompliment sein, denn der Wein verfügt gemeinhin über Finesse, Frucht und Charme.

LEMBERGER (LIMBERGER) - Eine in Deutschland mit inzwischen 850 ha fast nur in Württemberg (98%) angebaute, spät reifende Rotweinsorte, die fruchtige, kraftvolle und je nach Vinifikation farb- und tanninreiche Weine liefert, die oft zu den besten der meist guten, in besseren Jahren mitunter ausgezeichneten württembergischen Rotweine zählen. Die Rebe stammt vermutlich aus den Donauländern und ist in Österreich mit rund 2690 ha unter dem Namen Blaufränkisch die dritthäufigste rote Rebsorte. 94% ihrer Rebstöcke befinden sich in der Weinbauregion Burgenland.

LÉOGNAN - Eine der besten Weinbaugemeinden der Graves, rund 20 km südlich von Bordeaux gelegen und Teil der Appellation Pessac-Léognan. Von seinen 325 ha Rebfläche, die überwiegend zu den besten Weinbergsböden der Graves gehören, kommen ganz hervorragende, mitunter große Rot- und Weißweine. Als beste Güter gelten: Domaine de Chevalier sowie die Châteaux Haut-Bailly, Fieuzal, Malartic-Lagravière, La Louvière, Haut-Gardère, Larrivet-Haut-Brion, Carbonnieux, Olivier, de France u.a.

LESE - Traubenernte. In Mitteleuropa findet die Weinlese Ende September bis Ende Oktober statt, in einigen Regionen Italiens schon viel früher. Lesetechnik: Im Qualitätsweinbau gelten verschiedene Lesezeitpunkte und -formen: Vorlese (Auslese frühreifer oder verfaulter Trauben), Hauptlese (Einbringen vollreifer Trauben), gestaffelte Lese (in mehreren Durchgängen), selektive Lese (Auslese edelfauler Trauben), negative Auslese (Auslese fauler Trauben vor der Lese), positive Auslese (Auslese gesunder oder edelfauler Trauben).

LESETECHNIK - Im Qualitätsweinbau gelten verschiedene Lesezeitpunkte und -formen. Vorlese (Auslese frühreifer oder verfaulter Trauben), Hauptlese (Einbringen vollreifer Trauben), gestaffelte Lese (in mehreren Durchgängen), selektive Lese (Auslese edelfauler Trauben oder Traubenteile), negative Auslese (Auslese fauler Trauben vor der Lese), positive Auslese (Auslese gesunder oder edelfauler Trauben).

LIEBFRAUENMILCH - Ursprünglich in Anlehnung an die Liebfrauenkirche zu Worms aufgekommener Weinname (Milch = minch = Mönch). Die Liebfrauenkirche war schon früh von einem kleinen Weinbergsareal umgeben. Als die ursprünglichen Weingärten nicht mehr ausreichten, um die Nachfrage nach dem populären Wein zu befriedigen, entwickelte sich daraus eine Bezeichnung zunächst für Weine aus der Umgebung von Worms. Der Begriff wurde dann zur Phantasiebezeichnung mit regionaler (Gebiets-) Bindung. Deutscher Qualitätswein b.A., der aus den Anbaugebieten Pfalz, Rheinhessen, Nahe und Rheingau stammen darf und einen gesetzlich festgelegten Restzucker- und Säuregehalt aufweist. L. wird überwiegend aus den Sorten Riesling, Müller-Thurgau, Silvaner und Kerner hergestellt und wird fast ausschließlich exportiert.

LIEBLICH - Geschmackskategorie bei Weinen, deren Restzuckergehalt über 18 g/l liegen muß, die Kategorie halbtrocken in Österreich, Deutschland übersteigt und höchstens 45 g/l in den übrigen EU-Ländern betragen darf. Der Begriff entspricht amabile, imiglykos, medium (sweet), meio doce, moelleux, semidulce.

LIKÖRWEIN - Dessertweine mit mindestens 15 Volumenprozent Alkohol (Port, Sherry, Marsala, Banyuls, Madeira).

LIMOUSINEICHE - großporiges Eichenholz aus den Wäldern um die Stadt Limoges im französischen Zentralmassiv für Barriques (vor allem für Cognac).

LIMOUX - Stadt in Südfrankreich im Département Aude unweit Carcassonne, aus der einige stille Weißweine kommen, die trocken und meist recht ansprechend sind. Sie kommen als Limoux in den Handel und stammen aus Mauzac (mindestens 15%), Chardonnay und Chenin blanc. Von ihnen gibt es auch - mit einem Anteil des Mauzac von mindestens 70% - eine Schaumweinversion: der Crémant de Limoux. Ungleich bekannter ist jedoch der Blanquette de Limoux, der älteste Schaumwein Frankreichs, der heute nach der Méthode champenoise erzeugt wird.

LIQUEUR - Im allgemeinen Sprachgebrauch ein stark alkoholhaltiges süßes Getränk. In der speziellen Weinterminologie wird der Ausdruck in ganz anderer Weise verwandt. Bei der Herstellung von Schaumwein, einschließlich Champagner spielt liqueur in zweierlei Form eine Rolle: einmal als liqueur de tirage (Tiragelikör), eine Mischung aus Wein und Zucker (meist plus Hefe), die dem Wein nach der ersten Gärung zur Einleitung der zweiten Gärung in der Flasche oder dem Tank beigegeben wird, zum anderen als liqueur d'expédition (Versanddosage oder einfach Dosage), womit eine ähnliche Zuckerlösung (diesmal natürlich ohne Hefe) gemeint ist, die dem Schaumwein beim Degorgieren oder vor der Flaschenabfüllung beigegeben wird und seinen Süßungsgrad bestimmt (Brut, Sec, Demi-Sec). Das Wort liqueur (oder seine Ableitung) wird aber auch noch in anderem Zusammenhang gebraucht: Bei von Natur süßen Likörweinen wie Beeren- und Trockenbeerenauslesen bezeichnet man in Frankreich damit den im Wein enthaltenen unvergorenen Traubenzucker. So kann man die Angabe finden, ein bestimmter Wein enthalte z.B. 14% vol. Alkohol und 4% vol. liqueur, also potentiellen, nicht vergorenen Alkohol. In Frankreich werden daher derartige Weine (Sauternes, Anjou) als vins liquoreux bezeichnet. Davon unterschieden sich die eigentlichen vins de liqueur (Likörweine), bei denen es sich fast immer um gespritete Weine handelt (Banyuls u.a.). Diese Weine werden in Frankreich als vins doux naturels bezeichnet.

LOIR, LE - Kleiner Fluß in Frankreich nördlich der (La) Loire, Nebenfluß der Sarthe, mit einst ausgedehnterem Weinbau. Sein bester Wein ist der selten gewordene Jasnières. Weitere heute ebenfalls nur noch in geringem Umfang erzeugte Weine sind die Coteaux du Loir und Coteaux du Vendômois.

LOIRE, LA - Der längste und zugleich einer der malerischsten Ströme Frankreichs, der auf seinem rund 1000 km langen Weg von der Quelle im Massif Central südwestlich von Lyon bis zu seiner Mündung in den Atlantik bei Nantes durch eine Reihe französischer Provinzen und vorbei an zahllosen großartigen Schlössern fließt. Auf seinem gesamten Lauf ist der Strom, wenn auch mit Unterbrechungen und unterschiedlicher Konzentration, von Reben begleitet. Dieses Weinbaugebiet, die Vallée de la Loire ist mit seinen rund 55000 ha das vielgestaltigste Frankreichs und umfaßt die unterschiedlichsten Sorten von Rot-, Rosé-, Weiß - und Schaumweinen, einschließlich vins liquoreux, und die Qualitätsskala reicht von dürftig bis bemerkenswert: Anjou, Bourgueil, Chinon, Muscadet, Pouilly-Fumé, Quincy, Sancerre, Saumur, Savennières, Touraine, Vouvray u.a.

LOMBARDEI - Die Lombardei teilt sich den Lago Maggiore mit der Schweiz und den Gardasee mit der Region Venetien. Ausläufer der Alpen, die sich vom Lago Maggiore zum Lago di Como, ebenso bis Lago d´ Iseo und Gardasee erstrecken, stellen einige der besten Lagen in der Lombardei dar. Südlich vom Po liegt jedoch ein ausgesprochenes Weinbaugebiet, in dem unter anderen stille (Pinot Nero), weiche mit Brombeeraroma (Bonarda), als auch schlank und fein strukturierte (Barbera) Rotweine bereitet werden. Aus den Weinbergen der Po-Ebene stammt der Lambrusco, ein trockener oder süsser roter Frizzante.

LORELEY - Bei St. Goarshausen 132 m nahezu senkrecht aufsteigender Schieferfelsen, der Inbegriff der Rheinromantik, wie er durch Heine unsterblich gemacht wurde. Seit 1990 Name des Bereichs, der alle in Rheinland-Pfalz gelegenen Rebflächen des Anbaugebietes Mittelrhein umfaßt also das gesamte Anbaugebiet mit Ausnahme jener 20 ha, die zu Nordrhein-Westfalen gehören und den Bereich Siebengebirge bilden. Der Bereich Loreley umfaßt 646 ha, darunter so bedeutende Weinbauorte wie Bacharach, Kaub, Oberwesel, Boppard u.a. Mit 76% Rebflächenanteil dominiert der Riesling, der hier besonders rassig und aromatisch ist. Vor 1990 teilte sich der Bereich in die zwei Bereiche Bacharach und Rheinburgengau.

LOTHRINGEN - Einstige französische Provinz mit noch geringen Resten eines einst ausgedehnteren Weinbaus. Die Rot- und Weißweine des Département Moselle aus der näheren und weiteren Umgebung von Metz kommen als Vins de Moselle mit dem V.D.Q.S.-Siegel in den Handel, während die Rot-, Weiß - und Roséweine, letztere bekannt als z. T. sehr gefällige und frische Vins gris, des Département Meurthe-et-Moselle zumal in der Umgebung von Toul erzeugt werden und als Côtes de Toul, ebenfalls mit dem V.D.Q.S.-Siegel, angeboten werden.

LUBÉRON - Hügelkette am Nordufer der Durance östlich von Avignon, von der sowohl einige beachtliche rote, rosé und insbesondere weiße A.O.C.-Weine als Côtes du Lubéron kommen. Desweiteren werden Landweine unter der Bezeichnung Vin de pays du Vaucluse erzeugt.

LUFTKAMMER - Freier, möglichst kleiner Raum zwischen Korken und Wein.

LUFTTON - Wein, der im Verlauf seines Ausbaus oder seiner Lagerung zuviel mit Luft in Berührung kam, etwa in angebrochenen Fässern oder auch Flaschen, verliert an Frische und Bukett und nimmt einen eigenartigen, breiten Geschmack und Geruch an. Der Fremdton entsteht durch eine allmähliche Oxidation von Bukettstoffen und Alkohol zu Acetaldehyd. Er kann durch eine stets spundvolle Lagerung im Fass, ausreichende Schwefelung und rechtzeitige Flaschenfüllung vermieden werden. Ein stärkerer Luftgeschmack kann durch Einleiten von Kohlensäure oder Verschnitt mit jungem, spritzigem Wein gemildert werden. Der freie Raum unter dem Verschluss von Weinflaschen soll bei Stillwein möglichst klein sein. Bei Schaumweinflaschen beträgt er etwa 15 Kubikzentimeter, damit die Kohlensäure sich bei Erwärmung ausdehnen kann, ohne die Flaschen zu sprengen.

LUXEMBURG - Nach Verlassen Frankreichs bildet die Mosel auf 42 km Länge die Grenze zwischen der Bundesrepublik und Luxemburg. Während auf dem rechten Ufer die Bereiche Moseltor und Obermosel des Anbaugebietes Mosel-Saar-Ruwer liegen, befindet sich auf dem linken Ufer das luxemburgische Weinbaugebiet mit insgesamt rund 1000 ha Rebfläche (einschließlich der Rebflächen an der Sauer), von der etwa 160.000 hl im Jahresdurchschnitt gewonnen werden. Wird auf der deutschen Seite fast nur Elbling angebaut - in Luxemburg bei rückläufiger Tendenz mit knapp 19% zweitstärkste Sorte -, so entfallen in Luxemburg auf den hier Rivaner genannten Müller-Thurgau 45% der Anbaufläche. Mit annähernd 12% steht der Auxerrois an dritter Stelle, dicht gefolgt vom Riesling (11,5%). Schließlich kommen Pinot blanc und Pinot gris auf jeweils zwischen 5,5 und 6%. Sie alle liefern frische, eher leichte, trockene Weißweine, die mitunter mehr "französisch" angehaucht erscheinen, als an trockene deutsche Moselweine zu erinnern. Luxemburgische Qualitätsweine tragen die Marque nationale (M.N.) als Ausweis für die - analog Frankreich - Appellation d'origine contrôlée, während höherwertige Weine Zusätze wie vin classé, premier cru oder grand premier cru tragen. Die wichtigsten der 33 luxemburgischen Weinbaugemeinden sind Remich, Grevenmacher, Wormeldange, Schwebsange, Bech-Kleinmacher, Wintrange u.a., in denen zusammen rund 600 Haupt- und Nebenerwerbswinzer tätig sind, wobei jedoch über zwei Drittel der Erzeugung durch Genossenschaften vermarktet werden.

LUXUSWEIN - Schweizer Bezeichnung für süsse Weine mit einem natürlichen Alkoholgehalt von mind. 13% vol.



   

 

 


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