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Von A wie Agraffe bis Z wie Zinfandel -
unser kleines Weinlexikon

Ist die Luftkammer ein Lagerort für Ihren Wein? Wie wird die Zuckerung geregelt?
Es gibt unendlich viele Fragen zum Thema Wein. Wir werden mit unserem Lexikon versuchen, einige Antworten zu geben.


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M - MACÉRATION bis MutÉ

 

MACÉRATION CARBONIQUE - Französische Bezeichnung für ein Gärverfahren, dass überwiegend zur Erzeugung von Beaujolais primeur, Châteauneuf-du-Pape, und andere französische Rotweine angewandt wird. Weine sind frisch und fruchtig.

MADERISIERT - Ausdruck für Weine, die ihren Höhepunkt überschritten haben, oxydiert sind und dabei einen unfrischen, süßlichen, oft an Maggikraut erinnernden Duft verströmen.

MAGER - Magerer Wein ist dünn und ausdruckslos. Ihm fehlen Mineralstoffe, Aromastoffe und teilweise auch Alkohol. Dieser Wein wird meist auf , für den Weinbau ungeeigneten Flächen, die aus nährstoffarmen und leichten Böden bestehen angebaut. Er ist ein Produkt von zu großen Flächenerträgen und möglicher kurzfristiger Gewinnmaximierung.

MAGNUM - siehe Flasche

MAINZER CULINARIUM - Ein von Mainzer Gastronomiebetrieben und Rheinhessenwein e.V. seit 1993 veranstaltetes kulinarisches Projekt mit dem Ziel, eine niveauvolle regionale Küche in Verbindung mit hervorragenden Weinen aus der Region zu präsentieren. Höhepunkte im Schaffen des Mainzer Culinarium ist die jährliche Gala mit pfiffigen unkonventionellen Kreationen.

MAINZER WEINBÖRSE - Größte deutsche Weinfachmesse mit umfangreichem Weinangebot der VDP-Güter aus allen deutschen Weinbaugebieten. Wird seit 1974 und seit 1975 unter diesem Namen jährlich im April in der Rheingoldhalle in Mainz nur für Wiederverkäufer (Kommissionäre, Handel, gehobene Gastronomie) veranstaltet.

MAINZER WEINMARKT - Kein Weinhandelsmarkt, sondern das ältestes Wein- und Volksfest einer Großstadt am Rhein. Von Anfang an Ausschank nicht nur regionaler, sondern im gesamten deutschen Anbaugebiet gewachsener Weine. Letztes Wochenende August bis erstes Wochenende September im Mainzer Volkspark (28.08. bis 31.08.98 und 04.09. bis 06.09.98).

MAISCHE - Die zermahlenen Trauben, aus denen dann der Saft ausgepreßt wird. Das Wort kommt von mhd. meisch und bedeutet Gemisch (lat. miscere = mischen). 100 Liter Maische ergeben im Durchschnitt 75 Liter Wein.

MAISCHEERHITZUNG - Erhitzung der Maische auf etwa 60 bis 80 Grad Celsius, um mehr Farbpigmente aus der Beerenhaut zu extrahieren.

MAISCHEGÄRUNG - Vergärung auf der Maische, dem unvergorenen roten Traubensaft samt Schalen und Kernen.

MALBEC - siehe Rebsorten

MALOLAKTISCHE GÄRUNG - In Frankreich oft nur als die malolactiques, in Italien als malolatica bezeichnet. Ausdruck für die sog. Äpfel-Milchsäure-Gärung, bei der es sich in Wirklichkeit statt um eine Gärung, um einen biologischen Säureabbau handelt, bei dem die härtere Äpfelsäure in die mildere Milchsäure umgewandelt wird, wobei Kohlensäure freigesetzt wird, wodurch der Eindruck der Gärung entsteht. Da bei diesem Vorgang aber auch Kohlendioxyd frei wird, bezeichnet man sie eben als Gärung. Dieser Säureabbau wird heute fast immer beim Rotwein angewendet, auf jeden Fall und grundsätzlich bei einem Barrique-Ausbau, wo dies vorher erfolgen muss. In der Schweiz ist dies aber auch bei Weisswein üblich. Die Malolaktische Gärung wird bewusst nach der Alkoholischen Gärung eingeleitet bzw. zugelassen. Sie kann aber auch spontan und selbständig entstehen, was durch Abkühlen und reduktiven Ausbau verhindert werden kann. Der Start kann durch ein Aufrühren vom Geläger, durch einen Verschnitt mit einem bereits im Säureabbau befindlichen Wein oder durch Zusatz von Bakterien (am häufigsten mit dem Stamm Leuconostoc oenos”) erfolgen. Da die dafür notwendigen Bakterien sehr empfindlich gegen Schwefeldioxyd sind, muss zu diesem Zeitpunkt ein Schwefeln unterbleiben. Unter optimalen Bedingungen dauert dies 10 bis 40 Tage. Es erfolgt dabei eine Umwandlung etwa der Hälfte der scharfen Apfelsäure in die mildere, laktische Milchsäure und Kohlendioxyd. Der Wein wird dadurch runder und milder, dafür aber verringert sich aber auch die Fruchtigkeit.
In der Regel erfolgt beim Weisswein kein Biologischer Säureabbau. Zwar enthalten auch Weissweine Apfelsäure, im Gegensatz zum Rotwein ist diese aber erwünscht, weil sie den Wein spritzig und erfrischend macht. Besonders bei jungen Weissweinen ist die Säure ein wichtiger Bestandteil. Bei manchen Weissweinen wie zum Beispiel aus den Rebsorten Pinot Blanc oder Chardonnay kann dies teilweise der Verfeinerung dienen, sollte aber zum Beispiel bei fruchtigen Weinen wie beim Riesling nicht angewendet werden, da das typische Bouquet negativ beeinträchtigt wird. Manchmal wird nur ein Teil des Weines (die Hälfte) der Malolaktischen Gärung unterzogen, damit der Säureanteil nicht zu gering wird; danach wird der Wein vermischt. Ein unkontrollierter oder übermässiger Biologischer Säureabbau aber ist als Weinfehler (Säuresturz) einzustufen. Es können auch die Weinfehler Joghurt-Aroma oder Milchsäurestich entstehen. Nach dem Säureabbau erfolgt eine Filtration und Schwefeln sowie eine bis sechsmonatige Lagerung, damit sich der Wein harmonisieren kann. Siehe auch unter Entsäuerung und Säurezusatz. Nachgärung.

MALVASIA - siehe Rebsorten

MALVASIA DI CASORZO - siehe Rebsorten

MALVASIA NERA - siehe Rebsorten

MANZANILLA - Offiziell ein Sherry, praktisch jedoch ein eigener Fino, der in Sanlúcar de Barrameda am Atlantik zwar aus den gleichen Trauben (Palomino) und nach analogen Vinifikationsmethoden, doch mit gewissen Abweichungen im Detail bereitet wird. Dazu gehört die in der Regel um eine Woche frühere Lese und der weitgehende Verzicht auf eine Trocknung der Trauben in der Sonne. Dadurch enthält der Most etwas weniger Zucker und mehr Säure, so daß der Alkoholgehalt meist 15,5% vol. aufweist und in der Regel damit etwas niedriger liegt als der des Fino. Der Wein hat ein eigenartiges, nußartiges und fast etwas salziges Aroma - einige behaupten, das läge an der salzhaltigen Meeresluft Sanlúcars -, eine erfrischende Säure und einen sehr komplexen Geschmack. Er ist ein ungemein pikanter Wein und einer der köstlichsten Apéritifs, die es überhaupt gibt. Viele Kenner ziehen daher einen guten Manzanilla einem guten Fino Sherry vor. Herederos de Argüeso (Marke: San Leon), Antonio Barbadillo (Solear, Eva, Barbadillo u.a.), Hijos de Rainera Pérez Marin (La Guita), Sanchez Romate (Viva La Pepa), Vinicola Hidalgo (La Gitana) u.a. gelten als namhafte Erzeuger.

MARGAUX - Weinort in Bordeaux. Berühmteste der sechs kommunalen Benennungen aus dem MÉDOC, die ihren Ruf auf den Premier Cru classé Château Margeaux begründen und verdanken. Aber auch vier umliegende Orte Arsac, Cantenac, Labarde und Soussens dürfen den Namen Margeaux führen. Zum Margeaux gehören noch fünf Seconds Crus, zehn Troisiémes Crus unddrei Quatrièmes Crus und zwei Cinquièmes Crus.

MARKENWEIN - Verschnittweine aus Tafelwein- und Qualitätsweinklassen. Herstellung meist in Großkellereien. Namen sind meist Phantasiebezeichnungen, die aber dem Irreführungsverbot des Weinrechts unterliegen. Ihnen gegenüber stehen die Typenweine

MARSALA - Bekannt wurde er durch den britischen Weinhändler John Woodhouse, der hier ein Konkurrenzprodukt zum Portwein und Sherry ausbaute, das er preisgünstiger in England anbieten konnte, einen sechzehnprozentigcn Dessertwein. Heute stellen mehrere traditionsreiche Weinkellereien Marsala her.

MARZEMINO - siehe Rebsorten

MAZERATION Herauslösen von Farbe und Frucht aus Beerenhaut und Fruchtfleisch.

MÉDOC - Das zur Region Bordeaux zählende Gebiet (der Name bedeutet: mittleres Land) - liegt auf der Halbinsel zwischen dem Fluss Gironde und dem Atlantik und bildet einen 80 Kilometer langen und zwei bis fünf Kilometer breiten Streifen, die Gesamt-Rebfläche beträgt rund 10.000 Hektar.

MEHLTAU - Der sog. Echte Mehltau ist eine durch den Pilz Oidium tuckeri hervorgerufene Krankheit der Reben, bei der Weintrauben und Blätter wie von Asche bestäubt sind und der sogenannte Samenbruch auftritt.
Der Falsche Mehltau (Blattfallkrankheit, Peronospora), eine sehr gefürchtete Pilzkrankheit der Rebe, wird hervorgerufen durch den Fadenpilz Plasmopara viticola, der 1878 aus Amerika eingeschleppt wurde und auf den Blättern, Blüten und auch Trauben auftritt und die Rebe zerstört.

MEIO DOCE - Portugiesische Bezeichnung für lieblich

MEIO SECO - Portogiesische Bezeichnung für halbtrocken

MENGE-GÜTE-GESETZ - Je größer die Zahl der Trauben ist, auf die der Rebstock seine Kraft verteilen muß, um so inhaltsleerer werden diese ausfallen. Das gilt sowohl für den Zuckergehalt der Beeren als auch für alle übrigen Inhaltsstoffe, die zur geschmacklichen Qualität des späteren Weins beitragen. Rebschnitt und Gescheinsausdünnung dienen nach dem Fruchtansatz zur Ertragsbegrenzung als wichtige Regulative. Wo dabei die Grenze zu ziehen ist, hängt nicht nur von Lage, Sorte und Klima (eventuell auch Zeitpunkt) ab, sondern auch von der Qualitätsorientiertheit der jeweiligen Winzer im Rahmen der jeweiligen Weingesetzgebung, die mehr oder weniger strikte Ertragsbegrenzungen vorschreiben kann.

MERLOT - siehe Rebsorten

MEßWEIN - Deutscher Qualitäts- oder Prädikatswein, der für das katholische Meßopfer verwendet wird.

MÉTHODE CHAMPENOISE - Geschützte Bezeichnung für die Herstellung von Sekt nach der klassischen Flaschengärmethode (Rüttelverfahren). Es war unter bestimmten Voraussetzungen für in Deutschland hergestellten Qualitätsschaumwein b.A. noch bis 31. August 1994 zulässig. Voraussetzung war, daß der Schaumwein durch zweite alkoholische Gärung in der Flasche hergestellt, ab Zubereitung der Cuvée mindestens neun Monate in demselben Betrieb auf seinem Trub gelagert und von ihm von diesem durch Degorgieren (Entfernung des Hefepfropfens) getrennt worden war. Für solchen Schaumwein sind weiterhin gleichwertige Begriffe zulässig, die zuvor neben der Angabe Méthode champenoise angeführt werden mußten, nämlich Flaschengärung nach dem traditionellen Verfahren, traditionelles Verfahren, klassische Flaschengärung oder traditionelles klassisches Verfahren.

METHYLALKOHOL - auch Methanol. Giftiger Alkohol, von dem im Wein maximal 0,1 Gramm pro Liter enthalten sein darf.

MEUNIER - Eigentlich Pinot meunier, Variante des Pinot noir, als dessen armer Verwandter er vielfach gilt. In Burgund und im Elsaß ist er heute praktisch verschwunden. Hingegen findet er sich noch im Loiretal in der Umgebung von Beaugency, vor allem aber in der Champagne, wo er mit einem Flächenanteil von 44% quantitativ die führende der drei Champagnersorten ist (Pinot noir und Chardonnay sind mit 30 bzw. 26% die beiden anderen). Hier liefert er einen fruchtigen, lebendigen Wein, der nicht die Tiefe und Langlebigkeit des Pinot noir erreicht, jedoch vielen Champagnern eine wesentliche geschmackliche Komponente gibt. In Deutschland ist er unter dem Namen Müllerrebe bzw. Schwarzriesling bekannt, mit der an die 2100 ha bestockt sind, zu 91% in Württemberg, wo er die zweitwichtigste Rotweinsorte darstellt.

MILCHSÄURE - in Rot- und einigen Weißweinen vorhandene milde Säure, entsteht durch die malolaktische Gärung.

MILD - Bezeichnung für einen lieblichen, säurearmen, zarten Wein. Wird die Bezeichnung "mild" oder sweet beim Champagner verwendet, kann der Restzuckergehalt mehr als 50g/l sein.

MILLÉSIME - franz.: Jahrgang

MINERALISCH - Duft- und Geschmackseindruck bei Weinen (zum Beispiel bei Riesling, Chenin blanc, einigen Weißburgundern und Chablis).

MIS EN BOUTEILLES - in Flaschen abgefüllt

MISE - Französisch für abgefüllt, entspricht der deutschen Erzeugerabfüllung.

MOLKETON - durch biologischen Säureabbau in bukettreichen Weißweinen hervorgrufener, starker, negativer Geschmack. Wird auch als Sauerkrautton bezeichnet.

MOLLI - Schwächerer Ausdruck für >dick

MONICA - siehe Rebsorten

MONT-DE-MILIEU - einer der Premiers Crus des Chablis

MONTEPULCIANO - siehe Rebsorten

MONTEPULCIANO D´ABRUZZO - Dieser als DOC klassifizierte Rotwein zählt zu den bekanntesten Italiens. Er stammt aus der Provinz Pescara in der Region Abruzzen.

MORELLINO - siehe Rebsorten

MOSCATO (ZIBIBBO) - siehe Rebsorten

MOST - Von lat. mustum. Der aus frischen Weintrauben durch Kelterung gewonnene Saft. Er wird zum Wein vergoren. Ein teilweise vergorener Most ist der Bremser und danach der Federweißer.

MOSTGEWICHT - Alkoholische Potenz des Mostes in Form von Naturzuckergehalt; wird in Deutschland und der Schweiz in Oechslegraden, in Österreich nach der Klosterneuburger Mostwaage berechnet. In Deutschland sind als Kriterien für die einzelnen Qualitäts- und Prädikatsstufen bestimmte Mindestmostgewichte vorgeschrieben, deren Deklaration nicht nur mitunter in der Vergangenheit unzureichend kontrolliert wurde, sondern die auch von Anbaugebiet zu Anbaugebiet und je nach Rebbsorte erheblich schwanken. Während ein Grauer Burgunder in Ihringen mit 83° Oechsle sich nicht einmal Kabinett nennen darf (dafür sind 85° vorgeschrieben), gilt ein Riesling mit 83° Oechsle in Bernkastel bereits als Auslese. Kabinett ist also nicht gleich Kabinett, nicht einmal innerhalb eines Anbaugebietes, und bei allen anderen Prädikatsweinen ist dies ebenso. Da man außerdem in geringen Jahren die ohnehin sehr niedrigen Mindestmostgewichte noch um einige Grad herabsetzen darf, bleibt die Nomenklatur konstant, während die Qualität manipulierbar erscheint, eine aus Sicht des Weintrinkers höchst fragwürdige Situation.

MOUSSEUX - Französisches Wort für schäumend. In Deutschland ist moussierend gebräuchlich. Italiener sagen frizzante. Entsteht durch vorzeitigen Abbruch der Gärung.

MÜLLER-THURGAU - siehe Rebsorten

MUSCADET DE SÈVRE ET MAINE - hochwertige Appellation in der Loire Gegend mit der Muscadet-Traube

MUSCADET - siehe Rebsorten

MUSCAT - siehe Rebsorten

MUTÉ - Französische Bezeichnung für stummgemachten Most, dessen Gärung durch Zusatz von hochprozentigen Branntwein (oder reinen Alkohol) unterbrochen wird. Wird viel bei der Erzeugung von Apéritifs oder Likörweinen angewandt, um den Weinen Süße und einen höheren Alkoholgehalt zu geben. In Deutschland ist dieses Verfahren verboten.



   

 

 


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