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Von A wie Agraffe bis Z wie Zinfandel -
unser kleines Weinlexikon

Ist die Luftkammer ein Lagerort für Ihren Wein? Wie wird die Zuckerung geregelt?
Es gibt unendlich viele Fragen zum Thema Wein. Wir werden mit unserem Lexikon versuchen, einige Antworten zu geben.


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N - Nachgärung bis nuragus

 

NACHGÄRUNG - Kann durch einen verbliebenen Zuckerrest hervorgerufen werden, der mittels einer Nachgärung zu Alkohol vergoren wird. Häufiger ist jedoch die sog. Nachgärung oder zweite Gärung, auch als Malolaktische Gärung oder Äpfel-Milchsäuregärung oder als biologischer Säureabbau bezeichnet, die - falls man sie nicht verhindert - entweder im Anschluß an die eigentliche Gärung oder im nachfolgenden Frühjahr erfolgt und bei der Äpfelsäure mittels Bakterien in Milchsäure umgewandelt wird. Durch diesen Vorgang, bei dem Kohlensäure frei wird, was den Eindruck der Gärung hervorruft, wird biologisch Säure abgebaut und der Wein milder. Will man nicht, wie zumeist in Deutschland oder bei einigen Weißweinen anderswo, bewußt die im Wein vorhandene Säure erhalten, wendet man dieses Verfahren zumal bei Rotweinen allgemein an, die in der Regel dadurch erheblich verfeinert werden. Dennoch wird dieses natürliche Verfahren in der Bundesrepublik in größerem Umfang nur in Baden und Württemberg praktiziert. Bei säurebetonten Weißweinen, deren Charakter eine relativ hohe Säure erfordert, wie der Riesling, ist dieses Verfahren in der Tat weniger empfehlenswert, wohingegen es sich bei Weinen, die in der Barrique ausgebaut werden, zumeist empfiehlt.

NAHE - Deutsches Weinbaugebiet mit 4509 ha Ertragsrebfläche, die sich von Bingerbrück entlang der Nahe (die bei Bingen in den Rhein mündet) bis Kirn, in die Seitentäler des Soonwaldes, in das Alsenztal und Glantal erstreckt. Die in Bad Kreuznach und nördlich davon gelegenen zwei Drittel der Rebflächen gehörten bis 1993 zum Bereich Bad Kreuznach; das verbleibende Drittel bildete den Bereich Schloß -Böckelheim; seither sind beide Bereiche zum neuen Bereich Nahetal zusammengefaßt. Die Böden sind höchst unterschiedlich - Rotliegendes, Porphyr, Schiefer, Quarzit, Kies, Löß, Lehm u.a. - und wechseln auf kleinstem Raum ständig. Die Folge ist eine beispiellose Vielfalt von Weincharakteren, die von Lage zu Lage aufgrund der Vielgestatigkeit der Böden wechselt. Fast alle im deutschen Weinbau irgendwo auftretenden Grundtypen von Wein lassen sich auf kleinstem Raum an der Nahe wiederfinden. Doch Fruchtigkeit, Eleganz und Komplexität - nicht Bodenständigkeit oder Rustikalität - ist der Grundtenor der Naheweine. 93% aller Naheweine sind weiß. Galt noch Anfang der 1970er Jahre in etwa die Formel 30% Riesling, 30% Silvaner, 30% Müller-Thurgau, so hat sich die Entwicklung in der Folge derart in Richtung Neuzüchtungen aufgesplittert, daß heute vielerorts grundlegende Korrekturen unerläßlich erscheinen, obgleich die vorliegenden Zahlen diese Entwicklung, von Einzelfällen abgesehen, noch nicht erkennen lassen. Während in der Folge lange der Müller-Thurgau die Sortenliste angeführt hat, stand 1994 erstmals der Riesling mit 25% der Ertragsrebfläche an erster Stelle, gegenüber der der Müller-Thurgau auf 23% und der Silvaner inzwischen auf kümmerliche 11% abgefallen war. Die verbleibenden 34% der weißen Rebfläche sind mit Kerner, Scheurebe, Bacchus, Faber und einer Vielzahl weiterer Sorten, meist Neuzüchtungen, bestockt, während unter den verbleibenden 7% roter Sorten Spätburgunder und Portugieser überwiegen.
Bedauerlicherweise haben diese Entwicklung und andere Vorkommnisse - einschließlich der Tatsache, daß ein erheblicher Teil der Erzeugung als Liebfrauenmilch in den Handel gebracht wird - in den vergangenen Jahren nicht unerheblich dazu beigetragen, daß Naheweine an Ansehen eingebüßt haben und in den Hintergrund gedrängt zu werden drohten. Seit die Verantwortlichen diese Gefahr erkannt haben, versucht man Boden gut zu machen. Doch die unnötige Vielfalt der Sorten, verbunden mit der naturgegebenen Vielfalt der Weincharaktere, läßt es schwietig erscheinen, den Naheweinen ein eindeutiges Profil zu geben. Um so wichtiger erscheint die Herausstellung der vorhandenen Spitzenlagen und der dort erzeugten exzellenten Weine. Die besten von ihnen gehören zweifellos zu den großartigsten deutschen Weinen, und sie stammen in der Regel aus: *Altenbamberg, *Burg Layen, **Dorsheim, **Kreuznach, *Langenlonsheim, *Laubenheim, *Monzingen, **Münster-Sarmsheim, ***Niederhausen, **Norheim, *Oberhausen, *Roxheim, ***Schloßböckelheim, **Traisen, *Wallhausen, *Winzenheim u.a. Die Rebflächen befinden sich mehrheitlich in der Hand kleiner Erzeuger, ohne daß damit allerdings ähnlich gravierende strukturelle Probleme verbunden wären wie an der Mosel, während kaum viel mehr als ein Dutzend Betriebe über mehr als 25 ha Rebfläche verfügen, von denen der Besitz der größten über das gesamte Gebiet verstreut ist. Es sind dies die Staatlichen Weinbaudomäne Niederhausen-Schloßböckelheim, die beiden Anheuser-Weingüter, Paul bzw. August E. Anheuser, Finkenauer, Graf von Plettenberg, das Staatsweingut-Weinbaulehranstalt (außer ersteren alle in Bad Kreuznach) u.a.

NAßVERBESSERUNG - Fragwürdige Methode zur Erhöhung des Alkoholgehalts (und des Volumens) und zur Herabsetzung eines hohen Säuregrads. Bis 1984 war diese aus den Krisen des 19. Jahrhunderts datierende Maßnahme in einigen nördlichen Teilen der Weinbauzone A, zumal an der Mosel, bei Riesling- und Elbling-Weine zugelassen. Angesichts der prinzipiellen Unvereinbarkeit mit einem qualitätsorientierten Weinbau, durch Zugabe einer 10%igen Zuckerwasserlösung einen ohnehin bereits dürftigen Most noch weiter zu verwässern, ist es nur zu begrüßen, daß im Sinne des Gesetzes die Naßverbesserung nur noch eine historische Reminiszenz ist.

NASE - Bezeichnung für das Bukett eines Weins. Bei Verkostungen eines der entscheidenden Merkmale zur Beurteilung.

NATUR - Das neue Weingesetz von 1971 verbietet diese Bezeichnung, die früher für ungezuckerte Weine gebräuchlich war.

NEBBIOLO - siehe Rebsorten

NEBUCHADNEZZAR - siehe Flasche

NÉGOCIANT - Weingroßhändlerhändler. Kauft oft Wein in Fässern und füllt selbst ab.

NEGRO AMARO - siehe Rebsorten

NEIDISCHER HERBST - Wenn der Ertrag innerhalb Rheinhessens (z.B. zwischen Hügelland und Rheinterrassen) oder gar innerhalb einer Gemarkung in einem Jahr sehr unterschiedlich ist (weil beispielsweise Frühfröste oder Hagel oder Rebschädlinge in einigen Wingerten Schaden anrichteten, in anderen aber nicht: voller Herbst, halber Herbst), dann erregt dies Neid der von der Natur benachteiligten Winzer. Sie (nicht eigentlich der Herbst, er setzt nur die Ursache) sind dann neidisch.

NERELLO - siehe Rebsorten

NERO D'AVOLLO - (Calbrese) siehe Rebsorten

NERVIG - Ausdrucksvoller Wein, der kräftig und säurebetont, zwischen rassig und kernig liegt.

NEUZÜCHTUNG - Nach 1945 wurden in Rheinhessen zunehmend neue Rebsorten angepflanzt, ganz überwiegend solche der Landesanstalt für Rebenüchtung in Alzey (z. B. Scheurebe, Huxelrebe, Faberrebe, Würzer). Die Neuzüchtungen erbrachten an weniger begünstigten Standorten höhere Erträge und durch höhere Zuckerbildung auch höhere Mostgewichte (Prädikatsbereich) als die klassischen Sorten

NIEDERSCHLAG - Bezeichnung für das Depot.

NOSIOLA - siehe Rebsorten

NOSTRANO - Tessinische Bezeichung für einheimische Weine (Merlot), im Gegensatz zu Americano (Isabella)

NOVELLO - Italienisch für neu und das Äquivalent der französischen Nouveau- oder Primeurweine, als Bezeichnung für Weine, die wenige Wochen nach der Ernte auf dem Markt gebracht werden. Siehe auch Primeur.

NURAGUS - siehe Rebsorten



   

 

 


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