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P
- Palmer bis Pulcinella
PALMER,
CHÂTEAU - 3e cru classé in Cantenac-Margaux im Haut-Médoc,
doch nach Überzeugung vieler Kenner heute meist den besten
2es crus gleichwertig, wenn nicht überlegen. 45 ha sind mit
Reben bestockt, davon 50% mit Cabernet Sauvignon, 40% mit
Merlot und je 5% mit Cabernet franc bzw. Petit
Verdot. Seit seinem sensationellen 1961er - einem wahrhaft
grandiosen Wein, ist Palmer sehr à la mode und hat mehrfach
aussergewöhnliche Weine hervorgebracht, die durch ihre Fülle,
verbunden mit Tiefe, Konzentration, Struktur und geschmeidiger
Eleganz überzeugen. Sicherlich vermag Palmer phantastische
Weine zu erzeugen, die aber in der Vergangenheit stärkeren
Qualitätsschwankungen unterlegen waren.
PALUS - Lateinisches Wort für Sumpf und im Bordeaux-Gebiet zumeist
als Bezeichnung für den Wiesen- und regenerierten Schwemmlandboden
an Gironde, Garonne und Dordogne verwandt. In der Regel sind diese
Gebiete heute von der Appellation contrôlée
ausgeschlossen, da ihre Weine als minderwertig gelten. Noch bis
zum Beginn dieses Jahrhunderts standen jedoch die vins de palus
in Bordeaux in hohem Ansehen wegen ihres Körper-, Farb- und
Tanninreichtums.
PANSCHEN - Ein Wein ist gepanscht, dem Zucker, Wasser (oder beides) oder
andere Stoffe verbotenerweise zugesetzt worden sind, in der Regel
um die Menge zu vergrößern oder in betrügerischer
Absicht eine höhere Qualität vorzutäuschen. Verstöße
dieser Art lassen sich bei gezieltem Verdacht zumeist mittels
chemischer Analyse nachweisen. Doch nicht jedes Licht leuchtet
in jeden Keller, und gesündigt wird - leider - intra et extra
muros.
PAPPIG - Ein uninteressanter, plumper Wein mit einer unangenehmen, aufdringlichen,
klebrigen Süße.
PARFÜMIERT - Bezeichnung für einen Wein mit aufdringlichem, als unangenehm
empfundenen Aroma.
PAYSAN - Einst niedrigste Stufe der Bordeaux-Weine. Heute noch weniger
gebräuchlich als der ebenfalls kaum noch anzutreffende cru
artisan. Weine dieser, unterhalb der crus bourgeois
liegenden Kategorien werden jetzt durchweg schlicht als autres
crus bezeichnet.
PELURE
D'OIGNION - Französischer Ausdruck, der wörtlich
Zwiebelhaut bedeutet. Bezogen auf Wein zur Bezeichnung für
die rostbraune oder lohfarbene Farbnuance verwendet, die bestimmte
helle Rot- oder Roséweine bei längerer Lagerung annehmen.
In der Regel dürften Weine mit einer pelure d'oignon zu lange
gelagert worden sein; sie haben ihren Höhepunkt längst
überschritten und sollten möglichst rasch ausgetrunken
werden.
PERGOLA - Hohe, in Dachform mit Draht bespannte Holzgerüste, an denen
in manchen Gegenden Oberitaliens (Südtirol), Südwestfrankreichs
und Nordspaniens die Rebstöcke erzogen werden, um die Trauben
vor der Sonnenglut zu schützen. Auch Pergeln genannt.
PERLANT - Französische Bezeichnung für einen ganz leicht perlenden
Wein (geringer als beim Perlwein),
wie etwa ein Muscadet sur lie. Durch Abfüllen von
der Hefe oder auf andere natürliche, bewußt herbeigeführte
oder zufällige Art entstanden, erhält der Wein aufgrund
eines geringen Kohlensäuredrucks eine gewisse Frische
und Spritzigkeit.
PERLWEIN - Laut Definition der OIV
ein Wein, der einen Kohlensäuredruck von 1,0 bis 2,5 Atmosphären
aufweist und erkennbar perlt. Die Bezeichnung Perlwein muß
ausgewiesen werden. Perlweine sind weder Stillweine noch Schaumweine,
sondern bilden eine Sondergruppe von Getränken, die wie Stillwein
dem Weingesetz unterliegen. Die Weinart und die Güteklasse
müssen angegeben sein. Perlweine dürfen nicht in Sektflaschen
abgefüllt werden. Man unterscheidet 3 grundsätzliche
Herstellungsverfahren:
1. Zufuhr von Kohlensäure zu einem Stillwein ->
Imprägnierverfahren
2. Vergärung von Most in Drucktanks und dadurch Erhaltung
genügender CO2-Mengen.
3. Vergärung von Wein nach Zuckerzusatz
zur Erreichung des gewünschten Kohlensäuregehaltes.
Gut erkennbar sind Perlweine geschmacklich durch den Ausgleich
zwischen Schärfe der Kohlensäure und einer gewissen
Süsse.
In Frankreich bekannt unter pétillant, in Italien unter
der Bezeichnung frizzante.
PERRIÈRE - Vermutlich von dem französischen pierre (Stein) abgeleitete
Bezeichnung für steinige Weinbergslagen, von denen in Burgund
vier einen besonders herausragenden Namen besitzen: der Clos de
la Perrière in Fixin am Nordrand der Côte de Nuits,
der einen Rotwein von Charakter und feiner Art liefert; der Perrière
in Nuits-Saint-Georges mit einem der wenigen dortigen Weißweine
; die als Perrière oder Perrières bezeichnete Lage
(Climat) in Meursault, die allgemein als die beste des
Ortes gilt und einen der feinsten trockenen Weißweine liefert;
und schließlich der Puligny-Montrachet Perrières,
dessen Wein die Einstufung als premier cru vollauf zu Recht
führt.
PETIT
VERDOT - Einst klassische Rotweinsorte im Médoc,
die - da sie neben Körper und Farbe vor allem hohe Tanningehalte
aufwies - in guten Jahren zur langsamen Reifeentwicklung und Langlebigkeit
der Weine zusammen mit dem Cabernet
Sauvignon entscheidend beitrug. Mit dem Wandel des Geschmacks
ist der Petit Verdot weitgehend verschwunden, zumal er angesichts
seiner sehr späten Reife und seines ungleichmäßigen
und unzuverlässigen Ertrags heute vielfach als nicht mehr
"rentabel" gilt. Die Gunst der Zeit gilt dem weichen,
schnell reifenden Merlot, so daß nur noch auf strikt
qualitätsorientierten Gütern des Médoc der Petit
Verdot heute eine Rolle spielt.
PÉTILLANT - Französische Bezeichnung, entspricht deutschem Perlwein
und italienischem frizzante. Laut EU-Recht enthalten Weine
dieser Art 1-2,5 bar Überdruck, während Schaumweine,
einschließlich Champagner, mindestens 3 bar aufweisen müssen.
Von den französischen A.O.C.-Weinen dürfen der Anjou
(einschließlich Rosé d'Anjou), Touraine, Saumur,
Montlouis und Vouvray als pétillant in den Handel kommen.
PÉTRUS,
CHÂTEAU - Die unbestrittene No. 1 in Pomerol
und einer der größten Weine - und sicherlich der teuerste
- unter den roten Bordeaux, auf einer Stufe mit Lafite, Latour,
Ausone, Cheval Blanc und den übrigen premiers crus.
Ganze 12 ha umfaßt heute die Rebfläche von Pétrus,
in der besten Lage von Pomerol, die aufgrund einer praktisch auf
die Rebfläche von Pétrus beschränkten geologischen
Besonderheit ungewöhnlich tonhaltig ist. Der Wein wird zu
95% aus Merlot und 5% Cabernet
Franc erzeugt. Durch die privilegierte Lage und sorgfältigste
Vinifikation und Ausbau entsteht Jahr für Jahr ein bemerkenswerter,
in besseren Jahren zweifellos ein großer Wein: reich, samtig,
bewundernswert ausgeglichen, wenn nicht vollendet, und nuancenreich,
von großer Feinheit und Eleganz, einer der großartigsten
Weine, die es überhaupt gibt.
PFROPFREBE - Das Auftreten der Reblaus
(Phylloxera) in Europa bewirkte nahezu überall das Ende des
wurzelechten, da nicht reblausresistenten Rebbaus mit Vinifera-Sorten.
Da aus qualitativen Gründen ein Verzicht auf die Vinifera-Sorten
jedoch nicht möglich war, pfropfte man diese auf die Wurzeln
reblausresistenter amerikanischer Wildreben (meist Berlandieri
und Riparia) auf. Die so veredelten Reben besitzen die Reblausresistenz
der amerikanischen Unterlagsreben und tragen die Frucht der Vinifera,
wobei die Wahl der Unterlagssorten die Qualität und/oder
den Ertrag zu steigern vermag. Dennoch gibt es in Deutschland
und anderen europäischen Ländern und in Übersee
(Chile, Australien u.a.) immer noch in Teilen wurzelechten Rebbau,
und man trifft immer wieder auf die letztlich nicht beweisbare
Behauptung, daß die Weine aus Pfropfreben den Prä-Phylloxera-Weinen
qualitativ nicht gleichwertig seien.
PHYLLOXERA - Siehe Reblaus
PICHET - Französische Bezeichnung für eine Kanne oder Krug,
aus denen traditionellerweise in französischen Restaurants
offene Weine ausgeschenkt werden.
PICPOUL - Anderer Name für die Folle blanche
im Gebiet von Armagnac, wo sie einen geringen, dünnen, sehr
säurebetonten Wein ergibt, aber einen ganz hervorragenden
Branntwein liefert, jedoch immer mehr durch die Ugni blanc - wie
bereits im Cognac-Gebiet geschehen - ersetzt wird. Dagegen gibt
es den Piquepoul (oder Picpoul) gris, aus dem mit erlaubtem Zusatz
von maximal 30% Terret blanc und Clairette zwischen
Montpellier und Béziers im Languedoc ein leichter Weißwein
mit dem V.D.Q.S.-Prädikat erzeugt, der Picpoul de Pinet.
PIÈCE - Französische Bezeichnung für ein Eichenfaß,
in dem in Burgund und in der Champagne Wein gelagert und gealtert
wird. In Bordeaux gebraucht man dafür den Ausdruck Barrique.
An der Côte d'Or enthält dieses Faß 228 l, im
Beaujolais-Gebiet 216 l und in der Champagne 205 l.
PIKANT - Ein vieldeutiges Wort: Es kann ein Wein sein, dessen Kohlensäure
empfindlich die Zunge reizt. Aber auch eine besondere Säure
kann als pikant empfunden werden, und häufig soll pikant
schlicht einen Wein mit einem angenehmen Ausdruck und nachhaltigen
Charakter bezeichnen.
PINOT
GRIS - Eine echte Variante der herausragenden Pinot-Familie,
in Deutschland als Grauer Burgunder oder Ruländer und im
Elsaß als Tokay d'Alsace bezeichnet. Die reifen Trauben
zeigen eine ins Graue spielende Rosafärbung und liefern bisweilen
ganz ausgezeichnete Weine, wenn sie nicht, wie vor allem früher
häufig in Baden, wo sich rund 1559 ha der deutschen 2502
ha befinden, als üppige, dick-plumpe Weine ausgebaut oder
als Gegenstück zusammen mit dem Spätburgunder als Badisch
Rotgold vermarktet werden. Inzwischen kommen aber außer
von Kaiserstuhl aus der Pfalz, Rheinhessen, von der Nahe u.a.
einige hervorragende, z.T. im Barrique ausgebaute Pinot gris,
die sich qualitativ denen aus dem Elsaß und Norditalien,
wo z.T. hervorragende Pinot grigio in Friuli-Venezia Giulia, Südtirol
und dem Trentino erzeugt werden, durchaus an die Seite stellen
lassen. Auch als interessante Spezialität aus der Schweiz,
wo sie in der Ostschweiz als Tokayer und im Wallis (und dem angrenzenden
italienischen Valle d'Aosta) als Malvoisie bezeichnet wird. In
Österreich kommt der Graue Burgunder auf 392 ha, die sich
zu drei Viertel im Burgenland befinden.
PINOT
MEUNIER - Rote Variante der Pinot-Familie, doch ergiebiger
und weniger ausgezeichnet als der Pinot
noir. Als Meunier in Frankreich in der Champagne verbreitet
und häufig an der Loire anzutreffen. Der Name stammt von
der weißlichen Färbung der Blattunterseite, so als
sei sie mit Mehl (meunier bedeutet Müller) bestäubt.
In Deutschland offiziell als Müllerrebe bezeichnet, doch
in Württemberg, wo ihr eigentliches Verbreitungsgebiet (84%
der insgesamt 2095 ha) ist, nur unter dem Namen Schwarzriesling
bekannt.
PIPE - siehe Fassgroessen
PORTUGAL - Von allen großen europäischen Weinbauländern
- nach der offiziellen Statistik trinkt der "Durchschnittsportugiese"
mit über 55 l pro Kopf nicht viel weniger Wein als der Franzose
und Italiener - darf Portugal für sich in Anspruch nehmen,
das unbekannteste zu sein. Vielleicht, daß einem dabei Portwein
oder Madeira einfallen, selten jedoch mehr. Dabei hat das Land
eine Palette unterschiedlichster Weine zu bieten, darunter eine
Fülle von Weinen, die es verdienten, in Europa bekannter
zu sein, da sie z.T. von ganz außerordentlicher Qualität
sind und in positiver Weise vielfach den traditionellen Qualitätsweinbau
in Europa zu Ausdruck bringen, bevor dieser, wie in den anderen
Ländern bereits geschehen, seine modernen und modischen Verformungen
erfahren hat. Nicht nur zu den unbekanntesten, gehört der
portugiesische Weinbau auch zu den ältesten in Europa, und
sein Anfänge verlieren sich im Dunkel der Geschichte. Wahrscheinlich
wurde die Rebe bereits in vorrömischer Zeit durch die Phönizier
kultiviert. Auch nach dem Untergang des römischen Reiches
bestand der Weinbau fort, und er hat sowohl die Völkerwanderung
als auch die mauerische Zeit überstanden. Erst mit der christlichen
Rückeroberung des Landes dürfte er aus vielerlei Gründen
etwa im Süden des Landes auf Dauer verschwunden sein.
Heute stehen in Portugal rund 370000 ha unter Reben, die jährlich
um die 8 Mill. hl (bei erheblichen jährlichen Schwankungen
(1987: 11,1 Mill., 1988: 3,6 Mill. hl) ergeben. Ganz grob teilt
sich diese Ernte in drei Kategorien auf: Vinho generoso, worunter
die Likörweine, wie Portwein, Madeira, Moscatel, fallen;
Vinho verde, jene nordportugiesische Spezialität und Vinho
maduro, der normale Trinkwein.
Bereits im 18. Jahrhundert, genau 1756, begannen Bestrebungen,
bestimmte portugiesische Weine, in diesem Fall den Portwein, durch
gesetzlich festgelegte Herkunfts- und Herstellungsbestimmungen
vor betrügerischen Manipulationen zu schützen. Inzwischen
gibt es neben dem Portwein und dem Madeira zwölf weitere,
jeweils mit eigener DOC-Regelung versehene, genau festgelegte
Gebiete, nämlich in der Algarve die vier Gebiete Lagos, Portimão,
Lagoa und Tavira sowie Bairrada, Bucelas, Carcavelos, Colares,
Dão, Douro, Setúbal und das Gebiet des Vinho Verde,
zu denen inzwischen 31 IPR-Weinbaugebiete hinzugekommen sind wie:
Alcobaça, Cartaxo, Lafões, Pinhel, Óbidos,
Borba, Torres Vedras, Santarém u.a. Auf sie alle zusammen
entfallen rund ein Viertel der portugiesischen Weinernte.
Noch ist die gesamte portugiesische Weinwelt angesichts der Rechtsangleichung
an das EU-Weinrecht sehr im Umbruch, und noch finden sich viel
traditionelle Bezeichnungen, wie Reserva oder Garrafeira, die
entweder verschwinden oder neu definiert werden. Zur Überwachung
der Einhaltung dieser gesetzlichen Bestimmungen fungiert dabei
das direkt dem Landwirtschaftsministerium unterstellte Instituto
da Vinha e do Vinho.
Der am meisten exportierte portugiesische Wein ist heute der Portwein,
obwohl er nur 2-5% der portugiesischen Weinerzeugung ausmacht,
und der Roséwein, wobei Markennamen wie Mateus oder Lancer's
in kaum einem Verkaufsregal fehlen. Tatsächlich wird auch
in Portugal selbst viel Roséwein getrunken, jedoch etlicher
in erheblich besserer Qualität. Doch sollte eine momentane
Exportsituation nicht darüber hinwegtäuschen, daß
von der Produktion her 30% der portugiesischen Weine Weißweine
und der Rest Rot- bzw. Roséweine sind. Die besten dieser
Vinhos maduros aus dem Douro-Gebiet, allen voran der legendäre
Barca Velha, der beste portugiesische Rotwein überhaupt,
der Montes Claros, Colares, Dão, Torres Vedras, der Quinta
do Carmo aus Borba u.a. können sowohl als Weiß - wie
als Rotweine herausragend, wenn nicht bemerkenswert sein: Mit
einem Alkoholgehalt zwischen 11,5-13% vol. haben sie oft erstaunliche
Rasse und Charakter und können hervorragend altern und sich
dabei zu feinnervigen, reifen und eleganten Weinen entwickeln,
die zu den besten in Europa gehören.
Trotz einiger weniger verbreiteter Namen ist der portugiesische
Weinbau auch heute noch in der Hand kleiner Winzer. 87% der insgesamt
180.000 portugiesischen Winzer erzeugen weniger als 10000 l Wein,
und 35-40% von ihnen sind in zusammen 113 Winzergenossenschaften
zusammengefaßt. Insgesamt leben 15% der portugiesischen
Bevölkerung von Erzeugung und Vertrieb von Wein.
POUILLY-FUISSÉ
- Ausgezeichneter
trockener Weißweine aus dem Chardonnay,
der in den fünf Weinbauorten Pouilly, Fuissé, Solutré,
Chaintré und Vergisson mit zusammen 850 ha westlich von
Mâcon im südlichen Burgund erzeugt wird. Jährlich
werden rund 40.000 hl erzeugt, der zumeist an Händler (Louis
Latour u.a.) geht. Ein guter Pouilly-Fuissé ist ein grüngoldener,
gehaltvoller und sehr differenzierter Wein mit feinem Bukett und
sehr ausgeglichen, kein überwältigend großer Wein,
doch sicherlich ganz hervorragend, wenn er von namhaften Erzeugern
stammt. Als führend gilt heute allgemein das Château
Fuissé mit seinen Spitzenweinen. Aber auch das Château
de France, Luquet, Forest u.a. haben einen guten Namen. Pouilly-Loché,
Pouilly-Vinzelles.
POUILLY-FUMÉ
- Auch als Blanc-Fumé-de-Pouilly bezeichneter ausgezeichneter
Weißwein, der aus der Umgebung von Pouilly-sur-Loire ausschließlich
aus dem Sauvignon
(hier Blanc Fumé genannt) erzeugt wird: ein frischer, rassiger,
fruchtiger und gehaltvoller Wein, dessen bester in guten Jahren
ganz und gar hervorragend ist. Jährlich werden um die 40.000
hl erzeugt.
POURRITURE
NOBLE - Siehe Edelfäule
PRIMEUR - Nicht näher festgelegte Bezeichnung für eine Gruppe
genau benannter französischer A.O.C.-Weine, die ab dem dritten
Donnerstag im November des Lesejahres in den Handel gebracht werden
dürfen (Heuriger). Wesentliche Voraussetzung für ein
derart frühes Inverkehrbringen ist die Macération
carbonique, ein kurzes Gärverfahren, durch die der Wein eine
besondere Leichtigkeit, Frische und Fruchtigkeit erhält,
zumal wenn er aus Gamay bereitet wird, der sich dafür besonders
eignet. Primeur-Weine (rot, rosé und weiß) werden
heute aus vielen Teilen Frankreichs angeboten, aus Mâcon,
von den Coteaux du Lyonnais, den Côtes du Rhône, Coteaux
du Languedoc, Côtes du Roussillon, aus Gaillac, der Touraine,
insbesondere aber aus dem Beaujolais.
PRIORATO -
kräftig, tiefdunkler, meist trockener,
manchmal aufgespriteter Rotwein, der den höchsten natürlichen
Alkoholgehalt aufweisen soll. Der Wein stammt aus dem gleichnamigen
ca. 3500 ha großen Anbaugebiet nördlich von Tragonna
in Katalonien. DER Sangria-Wein
PROBE - Als Probe oder Weinprobe bezeichnet man das Kosten eines Weins,
also die Beurteilung seiner Qualität durch die Sinnesorgane.
Das ist, wenn es sich nicht gerade um das Ausschenken einer Kostprobe
an einen Gast oder Kunden handelt, der als Laie sein persönliches
Urteil abgeben soll, eine ernsthafte und wesentliche Tätigkeit,
die Fachkenntnisse, viel Erfahrung und ein trainiertes "geschmackliches"
Gedächtnis voraussetzt. Geht es im ersteren Fall lediglich
um persönliche, subjektive Eindrücke, steht im zweiten
Fall allein die Frage der objektiven Qualität des Weins zur
Diskussion. Ihre Beurteilung hat nichts mit persönlicher
Vorliebe oder Abneigung zu tun.
Für die objektive Qualitätsbeurteilung gibt es ganz
bestimmte, genau festgelegte Verfahrensweisen und eine eigene
Fachsprache. Dabei wird der Wein gegen Licht zunächst auf
seine Farbe untersucht, wobei man das Probierglas hin- und herbewegt,
um den Wein auf bestimmte Farbnuancen hin zu analysieren, die
Aufschlüsse über seine Erzeugung, seinen Reifezustand
und seine Alterungsfähigkeit geben können. Als zweites
schüttelt man den Wein heftig im Glas (es sei denn, es handelt
sich offensichtlich um einen sehr alten Wein), um ihn stärkerer
Luftzufuhr auszusetzen, wodurch die Aroma- und Bukettstoffe zur
Entfaltung gebracht werden. Diese Prüfung oder die Nase des
Weins gibt weiteren Aufschluß über Art, Herkunft, Alter
und Qualität des Weins und wird den optischen Eindruck bestätigen
oder gegebenenfalls auch modifizieren.
Die dritte Prüfung erfolgt durch die Geschmacksorgane, indem
man einen Schluck allmählich in den Mund nimmt und dabei
zugleich Luft einsaugt und den Wein ein paar Sekunden im Mund
hin- und herbewegt - und dabei wiederum durch die gespitzten Lippen
leicht aspiriert -, wobei die unterschiedlichen Reizempfindungen
der einzelnen Zungenteile und des Gaumens, die sog. Attacke des
Weins, also den ersten Geschmackseindruck im vorderen Mund- und
Zungenbereich, der Eindruck auf der Zungenmitte und schließlich
der von dem Wein hinterlassene Nachgeschmack oder Abgang beurteilt
werden.
Aus der Summe dieser Prüfungen ergibt sich das Gesamturteil
über die Qualität des Weins. Die dazu verwendeten unterschiedlichen
Fachausdrücke finden sich als entsprechende Stichworte in
diesem Lexikon oder aber in unserem Aromakreis.
Im übrigen ist es jedoch selbstverständlich, daß
der alltäglich als Getränk konsumierte Wein getrunken
und nicht geprobt wird.
PROBENHEBER - Meist aus Glas, z.T. aus Metall angefertigtes Rohr zur Entnahme
einer Weinprobe aus dem Faß.
PROBENTASSE - Kleines Schälchen, im Französischen Tastevin genannt,
aus poliertem oder facettiertem Silber oder einem anderen Metall,
das besonders in Burgund zumal bei Kellerproben verwendet wird.
PROBIERRAUM -
Raum für fachmännische Verkostung von Weinen. Ein Probierraum
muss wohl temperiert, gut belüftet und am besten mit Tageslicht
beleuchtet sein. Wände und Tapeten sind weiß. Ein Probierraum
stellt eine nüchterne Athmosphäre dar, die nicht vom
wesentlichen ablenken darf.Rauchen ist absolut untersagt, um keine
Geschmacksverfälschungen zu provozieren.
PROSECCO - Die weiße Rebsorte der Marca Trevigiana und der
aus ihr bereitete liebliche oder trockene, in Italien sehr beliebte
Schaum- oder Perlwein. Es gibt aber
unter der gleichen DOC-Bezeichnung auch stille Prosecco di Conegliano
bzw. Prosecco di Valdobbiadene, die zu den köstlichsten Weißweinen
des Veneto zählen können: leicht, dabei dennoch charaktervoll,
ein jung zu trinkender, frischer und mitunter beachtenswert feiner
Weißwein.
PRÜF(UNGS)NUMMER,
AMTLICHE - Jeder Wein, der in Deutschland als Qualitätswein
oder als Qualitätswein mit Prädikat in den Handel gebracht
werden soll, muß zur amtlichen Qualitätsprüfung
angestellt werden. In den vorgeschriebenen Prüfstellen wird
der Faß - oder Flaschenwein auf Aussehen, Geruch und Geschmack
geprüft und chemisch analysiert (Alkohol, Zucker, Säure,
Schwefel u.a.). Damit soll sichergestellt werden, daß
die in Verkehr kommenden Weine den gesetzlichen Vorschriften entsprechen
und fehlerhafte oder gar gefälschte Weine nicht zum Verkauf
gebracht werden. Ergeben sich keine Beanstandungen, erhält
der Wein die amtliche Prüfnummer (kurz A.P.-Nr.), die auf
dem Etikett erscheinen muß (entsprechendes gilt für
Qualitätsschaumweine). Die Prüfnummern bestehen im wesentlichen
aus drei Gruppen, einer Betriebsnummer (in Rheinland-Pfalz gehört
dazu vorweg noch die Ziffer für die Prüfstelle und ein
Ortskode), der Nummer des geprüften Gebindes und dem Jahr
der Prüfung. Gibt es von dem gleichen Wein mehrere Abfüllungen
in derselben Qualitäts- oder Prädikatsstufe kann eine
genaue Identifizierung nur über die beiden letzten Nummerngruppen
erfolgen.
Obgleich dieses System seine unbestrittenen Verdienste hat, haben
zumal die Weinskandale der 1980er Jahre auch seine Grenzen deutlich
gemacht, denn bislang unbekannte Zusatzstoffe im Wein können
mit herkömmlicher Analytik in der Regel nicht entdeckt und
nachgewiesen werden. Schutz ist also bestenfalls vor bereits bekannten
Betrügereien gewährleistet. Eine andere Konsequenz dieses
Prüfsystems ist seine unvermeidliche Starrheit, die Wandlungen
im Geschmack und im Weinverständnis bestenfalls mit erheblicher
Verzögerung nachkommt und damit zur Pervertierung des ganzen
Qualitätsweinsystems beiträgt, indem sie einige der
herausragendsten neuen Weine dank ihrer neuartigen Ausbauweise
(Barrique) oder ihrer neuartigen Aufmachung ablehnt und diese,
obwohl qualitativ zur Spitze gehörend, zwingt, als Tafelweine
auf den Markt gebracht zu werden - eine aus Italien längst
vertraute Situation, doch der Gesetzgeber muß sich fragen
lassen, ob ein Weingesetz, das der Erzeugung von Spitzenweine
hinderlich im Wege steht, wirklich seinen Aufgaben gerecht wird.
Amtliche Qualitätsprüfungen finden auch in anderen Ländern
statt, doch sind z.T. die Bedingungen anders und Nummern erscheinen
- außer in Österreich - nicht auf dem Etikett. Organoleptische
Prüfung.
PULCINELLA - Kleine, gedrungene, strohumflochtene Spezialflasche, in der
einst der Orvieto in den Handel kam. Heute kaum noch anzutreffen.
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